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Blick ins Herz

Traum vom 24. Januar 2010

Ich sitze auf dem Beifahrersitz eines Mittelklassewagens. Herr Steppenhund sitzt am Steuer, setzt das Fahrzeug gerade rückwärts in eine Parklücke. Die benachbarte Parklücke ist von einer wuchtigen Luxuskarre belegt – glänzend schwarzer Lack, breite Reifen, die Seitenspiegel wie Ohren angelegt, weil die Parklücke so schon arg eng ist. Herr Steppenhund fährt immer näher an das sicherlich teure Auto ran. „Vorsicht!“ rufe ich erschrocken aus. Herr Steppenhund bleibt unbeeindruckt und… “Touché!” Zum Glück nur am Hinterreifen; es ist kein Schaden entstanden. Doch Herrn Steppenhund ist auch das egal, er lässt sein Auto so stehen, wie es jetzt gerade steht und öffnet die Fahrertür. Hinter der Rückenlehne vorbei fällt mein Blick auf jemanden, der draußen steht und auf mich wartet. Ich reiche die Hand, hinter den Sitzen vorbei, zum Gruß hinaus.

Nach dem Verlassen des Fahrzeugs folge ich Herrn Steppenhund, der bereits außer Sichtweite, in das Firmengebäude. Ein langer Gang, der in einen Empfangsbereich mündet. Am Ende des Ganges steht die Person, der ich gerade auf dem Parkplatz die Hand gereicht hatte. Es ist eine große, sehr schlanke Frau mit außerordentlich schmalen Waden, spaghettiglatten honigblonden Haaren in Geschäftskleidung. Sie ist meine Frau, so wird mir klar und hat einige Erwartungen an mich als Partnerin. Beispielsweise soll ich den ersten Schritt auf sie zu machen und sie begrüßen. Sie schaut schon jetzt fast beleidigt und ich gehe an ihr vorbei, ohne irgendwie Kontakt aufzunehmen. Eingeschnappt schaut sie mir nach, ohne aktiv geworden zu sein. Ich blicke kurz zu ihr zurück und rufe ihr streng zu: „Solche Spiele mache ich nicht mit! … Das ist vorbei! … Klar?!“ Sie kann ja ebenso den ersten Schritt machen. Also, klarer Fall: die ist nichts für mich.

Dann gelange ich in den angestrebten Raum. Dort eine lange Tafel mit weißem Tuch gedeckt. Am hinteren Kopfende sitzen bereits einige Geschäftspartner. Vor mir am Tischende liegt ein kleines elektronisches Spielzeug in Schlüsselanhängerformat: ein lila Plastikherz mit Innenleben. Das ist ein Geschenk, das meine Partnerin bekommen hat – sie hat heute vielleicht Geburtstag? Das elektronische Herz interessiert mich… ich öffne es und denke anfangs, man könne mittels Eingaben mit einem Touchpen Sudoku spielen. Sehe aber gleich, dass es viel simpler ist. Ein Begriff, dem ein Buchstabe fehlt, welcher eingetragen werden soll, ist die einzige Anzeige. Ele.ant. Doch auf dem zweiten Blick gibt sich zu erkennen, dass es doch komplexer ist. Außerdem lässt sich der gesuchte Begriff gar nicht gut erkennen. Es ist nicht möglich, direkt einen Blick auf die Anzeige zu werfen, da nur seitlich Einblick möglich ist. Auch lässt sich die Anzeige nur aus bestimmtem Blickwinkel entziffern. Die Eingabe des gesuchten Wortes geschieht dann mithilfe des Touchpen, mit dem man die einzelnen Buchstaben- und Zifferntasten berührt. Diese Tasten sind recht klein, wie beim Zahlenschloss eines Koffers. Auch ist das Tastenfeld nicht plan, sondern jeder Buchstabe liegt auf einer anderen Ebene. Teils sind die Buchstaben blass oder dünn oder kaum ausgeprägt. Inzwischen ist meine Partnerin bei mir und behauptet, es sei sehr wohl möglich, direkt in ihr Herz zu schauen. Ich halte ihr das Herz hin, damit sie es sehen kann: Ein direkter Einblick ist nicht möglich! Die Frage ist dann während dieser Situation auch, was ich von einem solchen Herzspielzeug halte. Worauf ich allen Anwesenden mitteile: „Die Tamagotchi-Zeit, da man sich zwanghaft um etwas kümmern musste, ist ja wohl vorbei!“

Traumpfad: Herzschmerz

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