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Krafttraining für Kopflose

Traum vom 29. Januar 2010

Im Ostpark. Zwei körperbehinderte Sportler kommen mir entgegen, gemächlich joggend. Voran die Frau, da sie sich bereits besser orientieren kann als der Mann. Beide sind kopflos. Ganz glatt und unversehrt ist die Haut am Halsstumpf, zieht sich nahtlos über die eigentliche Halsöffnung, so als seien sie kopflos geboren. Die Arme ähnlich; fehlen ab der Oberarmmitte. Auch hier ist die Haut völlig unversehrt und glatt. So können sie natürlich nicht sehen, orientieren sich nur mithilfe des Gehörs. Der Mann läuft also dem Laufgeräusch der Frau hinterher. Ganz langsam radele ich, um möglichst geräuschlos zu bleiben. Doch der Mann hört den Sand unter den Reifen knirschen, und als ich auf seiner Höhe bin, macht er kehrt und läuft mir hinterher, im Glauben, ich sei seine Laufgefährtin. Ich weiche ihm aus, damit er sich nicht an mich hängt! Rufe ihm zu: „Hey, das ist die verkehrte Richtung!“ Da ruft auch schon seine Gefährtin nach ihm und sie laufen gemeinsam weiter.

Während ich weiterjogge, blättere ich im Magazin „Krafttraining für Kopf- und Armlose“. Zwischen den Seiten ein Plastikbeutel, in dem zwei schwarze Kordeln stecken. Nach kurzem Nachdenken komme ich drauf, wofür sie verwendet werden sollen: Mit Hilfe der Kordeln sollen die Langhanteln an dem Poller fixiert werden. Na, erst einmal einen Poller zur Verfügung haben! Poller! Ah, auf der nächsten Seite gibt es bereits hilfreiche Tipps, wo öffentlich verfügbares Trainingsgelände zu finden ist: bei der gelben Post auf dem Vorplatz (Tankstellengelände). Dort stehen einige Poller, um den Autoverkehr fernzuhalten. Desweiteren gibt es dort Stehpulte aus gelb lackiertem Metall. Und, eigentlich für die Kleinen gedacht, ein Kindersitz ist dort auch fest im Boden verankert. Dieser Kindersitz ist ebenfalls aus gelb lackiertem Metall, hat eine runde Sitzfläche, die mit vier schwarzen Pfeilen markiert ist, die allesamt zur Mitte zeigen. Dieser Kinderhocker dreht sich im Uhrzeigersinn. Zum Training kann man auf diesen Drehstuhl steigen und dann entgegen der Drehung laufen. Da die Sitzfläche etwas Schräglage hat werden Kraft und Gleichgewichtsvermögen trainiert. Das Trainingsmagazin wirbt für das posteigene Gelände, da es selbst so etwas nicht zur Verfügung stellt, also weder Kosten noch Mühen für eigenes Trainingsgebiet aufwenden muss. Naja, eine gute Idee. Nur bin ich nicht sicher, ob die Verantwortlichen dieser Postfiliale das gerne sehen. Da der Vorplatz nämlich rege für die Trainingsstunden genutzt wird, ist mit einer schnellen Abnutzung der dort montierten Gegenstände zu rechnen, ohne dass die Post auch nur einen Gewinn daraus zöge.

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