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Krokodil-Torwächter und ängstlicher Vampir

Traum vom 31. Januar 2010

Später Abend, verhangener Himmel. Der altstädtische Platz liegt im Zwielicht. Rechts von mir ein großes, altes Rathaus oder Gotteshaus. Dort laufe ich die sieben Stufen einer unscheinbar wirkenden Pyramidentreppe hinauf, zum alten Eingangstor mit Rundbogen. Ein Türflügel steht offen. Von innen, links am Türrahmen, liegt ein großes, aus Stein gemeißeltes Krokodil vor der Tür – eine typische Maya-Figur, trotz des hervorgehobenen Kantigen und den ausgeprägt dargestellten Schuppen wirkt es weich und rund. Das Krokodil hat sein Maul zu einem breiten Grinsen geöffnet und entblößt so zwei Reihen ausgesprochen ebenmäßige und kräftige Zähne. Genau in dem Augenblick, da ich die Schwelle überschreite, weht von rechts mein Gefährte herbei – mit dem ich das Gebäude besichtigen will – stellt sich in die Tür, wobei sich sein dunkler Umhang, der um seinen Schultern liegt, wie ein Vorhang vor die Tür hängt, so als wolle er damit ausdrücken: „Uuuhuuhuu… wir haben aber riesig Angst vor diesen großen Krokodilzähnen! Wir können hier vor Angst nicht weitergehen!“ Dabei grinst er etwas linkisch, entblößt seine langen spitzen Zähne, sein Gesicht so blutleer, die Augen dunkel umschattet, die Finger wie Krallen. Doch da sage ich schon, gutgelaunt und bewundernd zum Krokodil nickend, zu meinem Gefährten: „Na, sind das nicht ein paar herrlich kräftige Zähne?!“ Mit den nächsten Schritten durchdringe ich den Umhang / Vorhang ohne einem Gefühl des Widerstandes. Der Gefährte bleibt zurück; vielleicht schaut er mir nach.

Dann im Innern des alten Gebäudes. Wir – Moina und ich – laufen die Treppen hinauf, im Karree verlaufen sie an den Innenseiten der Außenwände, immer weiter hinauf und hinauf. Relativ breite Stufen aus altem Mauerwerk. Nach einer Weile, wir haben bereits mehrere Ebenen überwunden, wird Moinas Lauf langsamer. So feuere ich sie an: „Weiter, lauf weiter!“ und manchmal schiebe ich sie auch mit sanftem Druck an den Schulterblättern voran. Auf einem Treppenabsatz begegne ich einigen Müttern, die kritisieren, ich übe zu viel Druck auf mein Kind aus. Das lässt mich etwas innehalten und ich frage mich, ob sie womöglich recht haben. Doch inzwischen haben wir, und das sehe ich jetzt, den höchsten Punkt im Gebäude erreicht! Vor uns liegen die wie abgenagten oberen Mauerränder der großen Ruine. Der Blick geht darüber hinweg. Eine grandiose Sicht! Uns zu Füßen liegt das goldene Land. So weit sah ich noch nie! Fast erwarte ich, in der Ferne den goldenen Horizont zu erblicken, doch liegt zwar das Ahnen stark spürbar in der Luft, aber noch geht die Sonne nicht auf. Ich bin voller Freude und rufe meinem Kind zu: „Los Moina, weiter! Wir haben das meiste geschafft! Jetzt müssen wir nur noch wieder runterlaufen. Das geht einfacher als aufwärts!“ Das schafft sie. Wie weit wir runter müssen… vielleicht tiefer als eingangs. Das werden wir sehen. Ich bin froh, denn wir werden es schaffen. Dafür reicht die Kraft allemal!

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Eine Antwort zu Krokodil-Torwächter und ängstlicher Vampir

  1. Wow!!! Grandiose Symbolik!