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Tote Tiere

Traum vom 4. Februar 2010

~ Automat
Alles nimmt damit seinen Anfang, dass ich beim Schneeräumen am Erdhügel, unabsichtlich eine Ladung Schnee direkt an Da Vincis Kopf werfe. Und dass in genau dem Augenblick, als er genüsslichan seiner gerade angezündeten, exquisiten Zigarre zieht. Die Zigarre zerbricht unter der Wucht des Schnees und erlischt. Da Vinci ist daraufhin sehr verärgert. Da helfen auch all meine Entschuldigungen nicht mehr. Vor der lichten Fensterwand hockt Moina vor einem Süßigkeitenautomat und möchte sich etwas aussuchen. Von dieser neuen Einrichtung halte ich überhaupt nichts.

~ Lachen über Unglück
Markttag. Auch ich hatte in der Früh einige Dinge von meinem Hab und Gut unter den Markhändlern verteilt. In Kommission gegeben, so wie ich es seit einigen Wochenenden tue, um etwas Geld zu verdienen. Ein Migrant hat erfahren, ohne dass ich es bemerkte, dass ich unterwegs bin und er somit unbehelligt in meine Wohnung eindringen kann. Als ich diese Nachricht bekomme, laufe ich zu meiner Wohnung. Der Migrant kommt mir im Treppenhaus entgegen, stürmt hinab. Im Befehlston frage ich ihn: „Hast Du etwas genommen? Sag es!“ „Nur zwei Euro“ murmelt er und läuft weiter. „Sei ehrlich!“ hake ich nach. Mit den Worten „Okay, vier Euro!“ rennt er aus dem Haus und verschwindet. Mir schwant Böses…

Sofort renne ich zum Marktplatz, zu den Ständen, wo ich meine Sache zum Verkauf abgab, um jetzt schnell die Einnahmen abzuholen, ehe mir der Dieb zuvorkommt. Aber alle Händler schütteln nur mit dem Kopf, als ich um die Einnahmen bitte. Oder es hängen gelbe Post-it mit einer Notiz am Markstand: Der Verkaufserlös wurde bereits abgeholt. Vom Dieb. Keine Ahnung, wie er herausfinden konnte, an welchen der vielen Stände ich meinen Trödel gestellt hatte. Er hat es aber gewusst, sonst hätte er nirgendwo um Auszahlung bitten können. Eine der Marktfrauen reicht mir zum Trost eine Yoghurt-Dessertschnitte. Um Contenance bemüht, bricht es tief in mir wie weinend zusammen und im Kopf verzweifelt sich alles. Alle Einnahmen sind futsch. Der Markttag ist nicht wiederholbar – schließlich habe ich für diese Woche alles gegeben. Die Älteren, gerade angereist, sind nun bei mir und lachen schallend über mein Unglück. Sie lachen und lachen, hören gar nicht auf damit. Kein Mitgefühl, kein Bedauern. Das anhaltende Lachen quält mich.

Später wandere ich mit den Älteren los. Eine sehr schmale, kurvige Nebenstraße, die mitten durch einen Wald ganz steil abwärts führt. Vor uns laufen einige ABC-Schützen. Eines der Kinder – die blonde Jana – halte ich an einer langen roten Hundeleine. Die anderen laufen frei. Mitten auf der Straße und viel zu schnell. Niemand kümmert sich um die Kinder. Ich rege mich darüber auf, dass seitens der Schule kein Erwachsener während des Klassenausflugs dabei ist, die Kinder ganz allein auf sich gestellt sind. In einer fremden Gegend, auf einer uneinsehbaren Straße dazu. Die Älteren sagen gar nichts dazu, sind heiter und unbeschwert.

~ Hase mit Messer im Rücken
Am Ende dann unten im Tal, am Rande eines fernab der Siedlungen gelegenen Waldrandes. Zwei Menschen begleiten mich auf dem Weg. Ein breiter Feldweg, der nach rechts in einen Waldweg mündet. Nur abseits der Wege liegt noch tauender Schnee. Am Wegesrand, links, entdecke ich ein totes Tier. Betrachte es… ein Häschen. In seinem Rücken steckt ein hohler Metallstab, der als Platzhalter für das tödliche Messer in sein Fleisch gerammt wurde. Nun steckt das Jägermesser drin. Eine Lebendfalle! Und das Messer ganz scharf und spitz, mit Holzschaft und silbernen Nägelköpfen. Ich packe das tote Tier am Messergriff und lege es auf einem mannshohen Pfahl ab, damit es jeder sehen kann. Doch dann fällt mir ein, dass das verwesende Tier zu stinken anfangen wird, und so in Kopfhöhe gelagert wird dieser Anblick den Leuten recht schnell stinken. Inzwischen widert mich der Anblick des Tieres an, so fasse ich es mit Widerwillen erneut am Messer und lege es zurück auf den Boden. Nur am Rande nehme ich Mitfühlen wahr, das mich tiefraurig stimmt.

Später an der Straße vor dem Erdhügel. Die Griechin hat dafür gesorgt, dass an den Abfallbehälterhalterungen einige weiße Plastiksäcke verteilt wurden, in denen Hundekot oder Haustierkadaver stecken. Mir kommt zu Ohren, dass sie bereits mehrfach ungeduldig ihre Helferlein fragte: „Und, hat sie schon Hundekot entsorgt?“ Sie kann es kaum abwarten und amüsiert sich köstlich darüber, dass ich es tun muss. Es ist eine bedrückende und schmerzliche Situation. Tatsächlich entsorge ich dann Hundekot. Allerdings in die üblichen schwarzen Tütchen, die ich dann in den öffentlichen Müllbehälter entsorge. Die eigens für mich mit Kadavern präparierten weißen Säcke lasse ich unberührt. Diese Schadenfreude gönne ich ihr nicht, mich damit auch noch abzurackern.

~ Bocksprung
Mit einem Freund und einer Freundin des Nachts unterwegs. Unternehmungslustig betreten wir eine große Scheune. Im Vorraum ist nichts weiter zu sehen als die Wände aus Brettern und der dunkelerdige Untergrund. Als wir die Tür zum Scheunenhauptraum erreichen, empfängt uns ein Laserfeuerwerk. Das gehört mit zu den Highlights, zu den Überraschungen dieses Abends, die uns eine Freude bereiten sollen. Das Feuerwerk, genauer die Laserstrahlen aus rotem und lila Licht, gemischt mit roten Leuchtkugeln, treffen mich im Gesicht, im rechten Auge. Ich spüre, dass mich die Strahlen ähnlich wie Geschosse durchbohren. Ich versuche mich mit den Händen zu schützen, die ich vor das Gesicht halte, aber sie setzen den Lichtstrahlen nichts entgegen. Das Laserfeuerwerk bohrt sich uangenehm in mein Gesicht und ich dränge zum Weitergehen, damit wir dies hinter uns lassen können. Wer hat sich so etwas bloß ausgedacht? Womöglich trägt man Verletzungen davon, wenn man das ungeschützt zulässt. Merkwürdig aber auch, dass die Laserstrahlen genau auf mich gerichtet waren; ihren Ursprung rechts über der Tür nehmend. Mir nimmt es die Freude am heutigen Abend. Nicht so der Freund an meiner Seite, ein Lehrer. Er geht durch die Tür, erblickt den nackten breiten Hintern einer reifen Tänzerin, die mit leicht gespreizten Beinen weit nach vorn gebeugt zwei Schritte weiter steht, und die ihre bauschigen Röcke des Cancan Kleidchens bis über die Taille hinaufgeworfen hat. Er nimmt vergnügt Anlauf und macht einen Bocksprung über sie hinweg. Dieses sportliche Spiel ist so ganz nach seinem Geschmack. Power, Bewegung, sich beweisen können. Ha!

Traumpfad: Tieftauchen an Hundeleine

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