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Geisterstunde

Albtraum vom 27. November 2007

Das Elternhaus liegt im völligen Dunkel. Nacht. Einzig auf die Vorderfront des Hauses fällt ein bleicher, unwirklich anmutender Schein. Aus dem Dunkel hinter dem Haus ein Pfeifen: flöööt… flöööt – fast unheimlich in seiner geisterhaften Unbeschwertheit – so als sei nichts, obwohl es dunkel ist! Meine Mutter? Hängt sie Wäsche auf, im Garten hinter dem Haus, in stockfinsterer Nacht? Flöööt… flöööt… Sie ruft nach mir? Ich halte inne, es ist alles so unwirklich?! Still liegt das Haus. Nichts und niemand. Die Fenster gähnen schwarz. Totenstill. Eine Bewegung. Links, direkt an der Hauswand, schält sich das Antlitz eines Tieres aus der Nacht. Schwarz-weißes Fell. Kater Bilbo? Unwahrscheinlich, er ist seit ein paar Jahren tot. Das Tier schlüpft weiter aus dem Dunkel ins Licht. Es ist ein Hund… Purzel…Purzel? Unmöglich, er ist seit vielen Jahren tot! Es ist Purzel! …dem Totenreich entsteigend? Aus dem Dunkel das unbeschwerte Pfeifen meiner Mutter. Vom Grauen überwältigt, schwinden mir die Sinne.

Mit meinem Fahrrad unterwegs – hochgezogener Lenker. Ländliches Gebiet. Soeben bog ich auf einen Weg ein, der auf einen Hof führt. Das war ein Irrtum, wie ich feststelle, denn ich wollte kein Privatgrundstück betreten. Ich sehe Tiermist, offene Ställe, Viehfutter und landwirtschaftliches Gerät. Bemerke Tätigkeiten der Hofbewohner, sehe niemanden. Durch ein vermutetes Scheunentor am anderen Ende des Hofes will ich den Platz wieder verlassen, aber ich sehe, dass der Weg hier endet, denn der Hof ist von Stallungen, Wirtschafts- und Wohngebäuden gesäumt. Ich rieche etwas, meine Neugier zieht mich weiter – und ich würde weitergehen, aber mir fällt ein, dass es auf abgelegenen Höfen meist einen Hofhund gibt; mindestens einen. Diese Hofhunde verstehen bei ungebetenen Eindringlingen keinen Spaß. Mir wird es mulmig und ich kehre um. Auf dem Rückweg erst stelle ich erstaunt fest, dass die Hofzufahrt kaum breiter als eine Wohnungstür ist. Sehe deutlich die Schwelle, die zum tieferliegenden Erdboden hin, mit etwas Zement angeglichen wurde, der an den Kanten inzwischen wieder bröckelt. Eine Hofbewohnerin biegt mit ihrem Fahrzeug um die Ecke, wir begegnen uns auf der Schwelle. Furcht steigt in mir auf, sie könne mich für einen Eindringling/Flüchtenden halten, oder sie könne mich gar erkennen. Meine Sicht verschwimmt… – wie absichtlich, so als sei es auf diesem Wege (kindlich-magisches Denken) möglich, auch ihre Sicht verschwimmen zu lassen, so dass sie mich nicht erkennen kann.

Traumpfade:
Mike erinnerte mich an die Chopper (Räder), als ich versuchte, ihm den Lenker zu beschreiben. Ja, und er war es auch, der sich dabei an Chopper, ein Gespenst aus der Zahnarztpraxis, erinnerte. Ja ja, ich erinnere mich jetzt auch! Vielleicht will ich auch unbedingt auf mich aufmerksam machen, oder warum fahr ich einen Chopper?

Es ist nicht der erste Traum in letzter Zeit, bei dem mir auffällt, wie groß meine Furcht vor einer vermutlich bestimmten Erkenntnis ist. Wie ich die Augen geradezu davor verschließe.

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