Home » Traumtagebuch » Angenommen, ich wäre mal verliebt…

Angenommen, ich wäre mal verliebt…

Traum vom 19. Juli 2009

Der Klassenraum ist bemerkenswert schmal, sehr lang und leicht bogenförmig. Ich setze mich auf einen der freien Plätze in der hintersten Reihe – auf dem rechten Stuhl am Tisch zur Linken. Tja, vom Unterrichtsgeschehen bekomme ich hier nur wenig mit, da die durch die Bogenform bedingte Raumeinbuchtung den Blick nach vorn zur Lehrkraft verwehrt. Okay, setze ich mich einen Platz weiter nach links – Fensterseite.

Ah, das ist schon besser! Allerdings ist alles viel zu weit entfernt, als das ich Genaueres erkennen oder hören könnte. Soweit ich das sehe, findet ein sehr lebhafter Austausch zwischen Lehrkraft und den erwachsenen Schülern in den ersten Reihen statt. Das Flipchart ist leer. Vielleicht ist es auch eine ungenutzte Projektionsfläche. Womöglich erscheint mir das auch nur aufgrund meiner Distanz so. Im Übrigen ist dieser Platz sowieso nicht viel besser als der vorherige. Angenommen, ich bin mal in einen Mitschüler verliebt… Da er sicherlich an den Tischen der rechten Seiten sitzen würde, wäre mir der Blick auf ihn durch die anderen Mitschüler verwehrt, die in den Reihen vor mir sitzen. Ich könnte ihn also nicht beobachten, im keine Blicke zuwerfen, nicht sehen, wann er zu mir schaut. Es wäre sicherlich nicht klug, diesen Platz dauerhaft zu beanspruchen. Ich verlasse den Klassenraum.

Gehe hinaus und nun draußen an der Außenwand des Klassenraumes entlang. Ziemlich weit vorne angekommen, halte ich ein, wende mich einem weit offenen Fenster zu, lege mein Klemmbrett auf das dortige Fenstersims und beginne mit dem Protokoll zum Geschehen im Klassenraum. Es ist sehr wichtig, dass ich alles mitbekomme, da ich zum Team gehöre. Die anderen Mitglieder meines Teams sind nämlich dort drinnen damit beschäftigt, den Zwilling einzuweisen. Gleich sollen Filmaufnahmen gemacht werden. Der Zwilling bekommt genaue Instruktionen, wie er sich dabei zu verhalten hat, was zum Ausdruck kommen und welche Haltung er einnehmen soll. Das ist wichtig für ihn, damit er Teilnehmer einer wichtigen Maßnahme werden kann. Während der Notizen bezweifele ich immer mehr, dass der Zwilling sich das alles merken kann. Von der Umsetzung ganz zu schweigen. Da er die Anordnungen durch den Filter seiner Psychose wahrnimmt, wird er kaum richtig nachvollziehen können, worum es hier geht – es läuft ja eh schon sein Film. Merkt denn niemand, dass er damit überfordert ist?

Die Angelegenheit nimmt ihren Lauf. Einige der Produzenten führen den Zwilling nun hinaus. Einige halten ihn an seinen Armen, wie einen Angeklagten. Ich glaube, der Zwilling weiß gar nicht, wie ihm geschieht.

Tags: