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Assoziationstechnik

Das Assoziieren zu den Symbolen und Bildern eines Traumes ist aufschlussreich und interessant; und es macht Spaß, wie ich finde. Es ist ratsam, wenn nicht sogar unabdingbar, seine Assoziationen niederzuschreiben. Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen:

Vielleicht nehmen Sie ein Blatt Papier, schreiben das erste Symbol des Traumes nieder und darunter dann die Assoziationen. Danach listen Sie das nächste Symbol auf und so fort. Gut lassen sich dafür auch ungestörte Wartezeiten nutzen, wenn man stets ein Notizbüchlein und einen Stift bei sich trägt. Einfach mal ausprobieren!

Mir bereitet es besonderen Spaß, ein Mindmap mit den Assoziationen zu erstellen. Ein großes Blatt Papier (DinA3) bietet die Grundlage – oder falls nur kleinere Papiere zur Hand sind, lassen sie sich auch zusammenkleben. In der Mitte den Traumtitel, davon ausgehend die Symbole des Traumes. Die weiteren Verästelungen werden dann durch die Assoziationen gebildet. Ein Mindmap wird übrigens auch als Assoziogramm bezeichnet.

Besonders schöne Mindmaps lassen sich auch am Computer erstellen. Vielleicht haben Sie bereits entsprechende Software auf Ihrem Rechner. Falls nicht, gibt es einmal die Möglichkeit, das  Programm Freemind downzuladen – es darf kostenlos genutzt werden. Oder Sie probieren es einmal online – zum Beispiel mit Mindmeister. Bis zu sechs Mindmaps dürfen dort kostenlos erstellt werden. Also ideal zum Ausprobieren. Zur Anschauung habe ich ein Mindmap mit Mindmeister zu einem meiner Träume erstellt – siehe hier: Kirchenschiffsreise.

Einige Hinweise dazu: Es ist wichtig, beim Assoziieren immer wieder zum Traumsymbol zurückzukehren, sich nicht zu weit davon zu entfernen. Was ich damit meine, ist auf meinem erstellten Mindmap zu sehen. Immer nahe am Symbol bleiben und nicht abdriften, indem man zu den Assoziationen assoziiert. Ich sehe das nun nicht so streng, wie es beispielsweise Robert A. Johnson in seinem Buch ‘Bilder der Seele’ beschreibt und lasse schon mal eine Assoziation zur Assoziation zu. Wichtig ist, möglichst nahe am Traum zu bleiben, um die Assoziationen wirklich aus den Bildern des Traumes heraus entstehen zu lassen.

Bei kurzen Träumen bietet es sich an, im entspannten Zustand noch einmal in den Traum zu gehen und abzuwarten, was aufsteigt. Anschließend notiert man die Assoziationen aus der Erinnerung heraus.

Bei langen, gehaltvollen Träumen mag es sinnvoll sein, den Traum in Abschnitte oder einzelne Szenen zu unterteilen und damit zu arbeiten. Vielleicht nimmt man sich die emotional aufgeladensten und am wichtigsten erscheinenden und/oder auch die eher unklaren Traumszenen vor.

Die Assoziationen sollen frei aufsteigen, nicht bewusst gesteuert oder kontrolliert werden, da man sonst Gefahr läuft, an der Traumaussage vorbei zu zielen oder wichtige Schätze zu verschmähen. Am besten arbeitet man mit einer offenen Einstellung ohne bestimmte Erwartungen. Auch – oder gerade – absurde, unlogische, peinliche oder unpassend erscheinende Assoziationen gehören dazu. Bewerten Sie nicht! Bewusst herbei geführte Assoziationen können bei der Traumarbeit in die Irre führen. Also, einfach gelassen und unvoreingenommen das annehmen, was aus dem Innern aufsteigt.

Manchmal kommt eine Erinnerung hoch, vielleicht an ein zurückliegendes unangenehmes Ereignis, das man zwischenzeitlich vergessen oder verdrängt hatte. Dann ist dies ein Zeichen dafür, dass der Traum auf diese Erfahrung hinweisen möchte, weil es an der Zeit ist, die damaligen Erfahrungen zu verarbeiten und sich der damals empfundenen Gefühle bewusst zu werden. Vielleicht wird man auch heute noch, in bestimmten Situationen, unbewusst von den mit der Erfahrung einhergehenden Gefühlen gelenkt. Der Traum möchte dies bewusst machen, weil wir uns damit behindern und im Weg stehen.

Manchmal ist es so, dass einem zu einem Traumbild oder Traumsymbol ganz und gar nichts einfällt. Da rate ich, in offener Haltung noch etwas abzuwarten. Falls nichts hochkommt, ist es möglich, dass Sie auf eine innere Blockade gestoßen sind. Man kann sich dieser mit Geduld zuwenden, und vielleicht kommt mit der Zeit doch noch etwas. Erzwingen lässt es sich aber nicht – im Gegenteil. Entweder man akzeptiert dies und lässt es auf sich beruhen, wendet sich dem Traumsymbol nach einigen Tagen noch einmal zu, oder man probiert eine andere Traumdeutungstechnik aus; vielleicht die Dialogtechnik.

Es wird auch immer Assoziationen geben, die man nicht versteht oder nicht einordnen kann – vielleicht hält das Unbewusste die Entschlüsselung hier noch aus gutem Grund zurück. Oft sind es auch gerade alltägliche, gewöhnliche Assoziationen, die erst einmal von der Oberfläche geschöpft werden wollen, ehe sich das darunter liegende ins Bewusstsein holen lässt. Die Weisheit des Unbewussten verbirgt bisweilen verdrängte Gefühle und Erkenntnisse, wenn die Zeit noch nicht reif dafür ist.

Oftmals fällt einem auch später noch etwas ein, wenn man längst mit anderen Dingen beschäftigt ist. Die Traumarbeit setzt sich in unserem Innern unterschwellig fort. Cool, oder? Auch diese Einfälle sollten dann notiert werden. Vielleicht macht es sogar plötzlich BING, und die Bedeutung des Traumes offenbart sich wie aus dem Nichts.

Viel Freude und überraschende Inspirationen beim Assoziieren wünscht Ihnen

Ihre Traum-Frau Marianne Masters ;-)