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Sorry, dass ich mich nicht verändert habe

Traum vom 17. Juli 2009

Aufenthalt in Räumen, die eine Mischung aus der Zentralbibliothek und Stadtbücherei Dornbusch sein könnten. Ich laufe hier mit meinem lieben Freund umher, als der Käpt’n zu Besuch kommt. Die beiden Männer setzen sich vor den hohen Bücherregalen an den Hauptgang und unterhalten sich. Mein Freund erzählt, wie er sich Frauen nähert, berichtet von damit verbundenen Problemen und welche Lösungen er dafür gefunden hat. Ein gutes Gespräch, und wohltuend, welch reflektierten Umgang mein Freund mit diesem Thema pflegt.

Ich hüpfe leicht und unbeschwert zwischen den Bücherregalen entlang. Es ist mir eine Freude, den Stoff meines Kleidchens um die Oberschenkel streifen zu fühlen. Ja, mir wird erst jetzt bewusst, wie viel Freude in mir ist und dass ich ein so kurzes Kleidchen trage. Es reicht gerade über den Po, ist aus hellem Stoff mit braunen stilisierten Blumen am Rocksaum. Seine A-Form und die verspielte Ausführung lassen an eine Mädchenkleid denken. Aber so fühle ich mich auch, während ich so herumhüpfe. Wie angenehm sich der Stoff auf der Haut anfühlt. Möglich, dass ich keine Unterwäsche trage, denn ich spüre es ohne Einschränkung. Ich könnte jetzt immer so weiter hüpfen, so wunderbar ist es. Das Bücherregal zu meiner linken Seite stellt eine Sichtblende zu den beiden Männern da. Sollte ich vielleicht mal in deren Blickfeld hüpfen? So verspielt? Vielleicht gefiele es dem Käpt’n?

Während meiner Überlegungen verliere ich mich; mein Körper löst sich auf – wahrnehmendes Bewusstsein. Gleichzeitig betritt eine Frau den Raum – wegen ihrer Energieausstrahlung möchte ich sie Kerstin nennen. Kerstin, ich kannte sie – vor allem während unserer Jugendzeit – als eine schüchterne, graue Maus. Doch heute kleidete sie sich frischer und beschwingter! Sie trägt ein mädchenhaftes Kleid mit kurzem, weit schwingendem Rock – kurz: genau so ein Kleid, wie ich es trage; nur realisiere ich das nicht. Dieses Kleid passt auch gut zu ihr, denn sie ist zu einer sehr lebendigen und interessanten Frau herangereift. Sie tritt zum Käpt’n. Sie kennen sich seit vielen Jahren, sehen sich aber immer nur in größeren Abständen. Sie erzählt ihm, wie es zu ihrer Veränderung gekommen ist. Ja, diese Begegnung hier… die kann man noch zu den ersten Schritten in ihrem ‘neuen Leben’ zählen. Sie berichtet mit klarer und sicherer Stimme, wenn auch in zurückhaltender Tonlage, was sie für ihre erfreuliche Entwickung getan hat. Im Käpt’n findet sie einen interessierten Zuhörer, der ihr lächelnd und anerkennend zunickt. Es ist auch wirklich toll, wie sie ihre Probleme annimmt und löst, und daran wächst.

Langsam trete ich wieder in Erscheinung – ich bin körperlich präsent und nun auch wieder zu sehen – und damit trete ich zwischen den Regalen hervor, hin zu Kerstin und dem Käpt’n. Mit dem Hervortreten brechen all die angestaute Traurigkeit und all der Schmerz aus dem Innern empor. Viel bleibt in der Kehle stecken, nur wenig Tränen finden den Weg hinaus. Meine Stimme ist erschüttert, als ich mich weinend beim Käpt`n entschuldige: „Es tut mir so leid, dass ich mich nicht verändert und weiterentwickelt habe! … Es tut mir so leid…“

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