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Hinterm Horizont geht’s weiter

Traum vom 13. Februar 2010

Übergangssituation. Wir sind gerade in eine andere Wohnung übersiedelt. Allerdings nur für kurze Zeit. Die Möbel haben noch keinen festen Platz gefunden, Kartons, halb ausgepackte Kisten… Da kommt überraschend Cleo zu Besuch. „Na sowas! Wilma war heute auch schon da!“ empfange ich sie. Cleo sitzt dann hinter der Kopierer-Scanner-Drucker-Fax-… ach ja, und der Telefonanlage. Ein Anruf… Oje, wer ist das jetzt? Nein, keine Zeit zum Telefonieren. So lausche ich ganz still dem Klingelton. Naja, ist auch blöd. Im letzten Augenblick nehme ich das Gespräch dann doch noch an. „Po…host!!“ ertönt es vergnügt, allerdings schon mehr von der Wohnungstür her als aus dem Hörer. Der spritzige Kurier ist mit der Lieferung längst angekommen. Ah gut! Zwei Männer – einer von ihnen ist mein alter Klassenkamerad Jörg Kirsch – tragen einen dänischen Wäscheschrank herein. Wie schön, so langsam findet sich hier alles. Ich wende mich Cleo zu, doch schon kommt Jörg und holt mich, mir etwas zu zeigen. Beim Transport des Schrankes ist ein Malheur passiert. Sie sind mit dem Schrank an einem anderen Schrank geschrammt und haben etwas von diesem abgerissen. Die vordere Holzverkleidung einer Schublade liegt am Boden. Jörg meint: „Das muss geleimt werden.“ „Ja, macht das mal.“ antworte ich. Doch Jörg sagt unerwartet „Nein!“ Inzwischen habe ich gesehen, dass noch von weiteren Schubladen – der Schrank hat davon reichlich – die Verkleidung abgerissen ist. „Zahlt das denn nicht die Versicherung?“ frage ich hilflos. Ich fühle mich innerlich zusammenbrechen, wie der Schrank vor mir. Alles leimen… ich fühle mich dem nicht gewachsen… Langsam wächst es in meinen Augen zu einer kleinen Katastrophe heran…

Ich gehe hinaus in die Straßen der Frankfurter Innenstadt. Oh gut, heute ist Bücherflohmarkt – das heißt, in allen Straßen sitzen die Buchhändler wie Bettler am Wegesrand und verkaufen Antiquarisches. Unter all den Büchern entdecke ich ein „Worpsweder Buch“ mit einem wohl ehemals zündholzkopfroten Pappeinband, der inzwischen verblasst ist, mit schwarzen Ornamenten ähnlich Scherenschnitten bedruckt. Interessant! Schade, dass ich keine Zeit habe. Zurück in der Wohnung erzähle ich Cleo von dem Bücherflohmarkt. Sie sagt, sie wolle sich dort nachher auch noch umsehen. Das passt prima, freue mich mich. Bin allerdings auch unangenehm überrascht, weil Cleo so schnell wieder gehen will.

Nach dem Bücherflohmarkt gelange ich direkt in eine verräucherte Musikkneipe, die über mindestens drei Ebenen geht – die Geräuschkulisse erinnert an den Worpsweder Bahnhof, das Ambiente eher an die Music Hall. Gute Stimmung jedenfalls. Ich traue meinen Ohren kaum, als ich Udo Lindenberg singen höre: „Hinterm Horizont geht’s weiter…“

Ich laufe die erste Treppe hinauf und auf dem großen Podest auf halber Höhe zwischen zwei Ebenen sehe ich ihn schon. Er sitzt auf einen Sessel gefläzt, singt lässig, seine Musiker um hin herum. So ein Zufall, ihn hier zu treffen, denn erst kürzlich begegneten wir uns in Berlin. Ich laufe die Treppe hinunter. Udo Lindenberg ist nun auch aufgefallen, dass wir uns erst kürzlich sahen. Er hat sich im Sessel aufgesetzt und schaut mir nach. Damit das aber nicht auffällt, macht er mit dem Handy eine Aufnahme und beobachtet mich auf dem Display. Das ist mir peinlich und ich tue so, als bemerke ich es nicht. Die nächste Treppe runter, noch ein Blick zurück. Udo hält einen kleinen Stick / Mikado-Stäbchen wie einen Peilstab vor die Nase. Mit einem zugekniffenen Auge peilt er mich an, so als könne er mich dann besser erkennen. Vermutlich überlegt er, dass ich ein Fan von ihm bin, der ihm nachgereist ist, überlege ich etwas unangenehm berührt. Puh, die Treppe steht voller Leute, wenige Stufen vor der unteren Ebene steht ein Rucksack im Weg und ich fordere den dazugehörigen Typen auf, den Rucksack beiseite zu nehmen, damit ich meinen Weg ungehindert fortsetzen kann. Er kommt meiner Bitte nach und ich nehme die letzten Stufen mit einem Sprung, lande weich federnd, wodurch mir erst bewusst wird, dass ich heute – und das ist ungewöhnlich – Turnschuhe trage. Im Bereich der Ferse befindet sich ein Logo auf dem Schuh. Nein, kein Puma, so überlege ich. Eher ähnelt es einem leicht verschlungenen Halbmond. Udo Lindenberg peilt mich nach wie vor an… den Blick an meine Fersen geheftet.

Traumpfade: Udo Lindenberg

Nee du, lass ma sein!
Was riecht denn hier so gut?

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2 Antworten zu Hinterm Horizont geht’s weiter

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