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Dummer Kahlkopf und freier Phall

Traum vom 28. November 2010

In Begleitung (m)eines Mannes zu Fuß auf dem Weg zwischen zwei Gebirgsketten. Der Weg ist weit. Er dauert lang. Und in der Ferne, dort oben auf dem Gipfel, ahne ich – viel mehr ahne ich, als dass ich etwas erkennen könnte – das Taj Mahal. Eine zutiefst religiöse Stätte, ein Höhepunkt, den nur wenige zu erreichen in der Lage sind. Ausgerechnet das haben wir uns als Ziel gewählt – sonderbar. Vor dem großen Berg mit der Moschee erhebt sich ein riesiger kahler Stein von sicherlich achthundert Meter Höhe. „Sieh nur“ sage ich zu meinem Begleiter, „so dumm ist dieser kahle Stein. So dumm, so dumm!“ Ich weiß, ich sollte nicht so schlecht über diesen glatten Stein reden, denn er kann nichts dafür, aber ist es nicht wahr: er ist sowas von dumm. Das muss man doch sagen dürfen! Wider Erwarten stoße ich auf Verständnis; der Mann neben mir sagt ganz andächtig: „Es ist gut, dass du das mal aussprichst. Ja, das ist wirklich gut und heilsam.“ Kein Vorwurf, so stelle ich überrascht fest. Mit einem Male ist mir, als entziehe sich der Boden, weil er es mir nicht mehr ausreden will. Aber ehe es soweit kommt, stellt er mir eine entscheidende Frage, die ich richtig beantworten sollte: „In welche Richtung geht es nun weiter?“ Ich überlege kurz… Als wir kamen, sahen wir den Berg mit der Moschee vor uns liegen. Drehen wir uns also um, damit wir ihn im Rücken haben. Ja, nun liegt das Gebirge vor uns, von wo wir kamen. Und dort erhebt sich – auch wenn es unlogisch ist – dieser phallische kahle Stein. „Wir müssen dorthin!“ Ich zeige mit dem Finger zum steinigen Kahlkopf. „Wir müssen zum dummen Kahlkopf!“ Meine Antwort ist völlig richtig und wir machen uns unversehens auf den Weg.

Bald fahren wir mit dem Auto einen steilen Grat hinauf. Ein Pfad, grasbewachsen; links und rechts die Abgründe. Wir fahren rasch, um nicht zurückgeworfen zu werden. Sehen den Höhepunkt nahen. Es ist Zeit, dass wir uns fallenlassen! Jetzt, ehe die Gelegenheit vorbei ist – der Gipfel ist doch schon so nah! Wir lassen vom Steuer los, fallen aus der Autohülle rückwärts, fallen den Weg zurück, den wir kamen. Die Fallgeschwindigkeit nimmt zu… Wir sollten nun überlegen, wie wir da wieder rauskommen. Nicht mehr lang, dann switcht es uns – und vor allem unser Bewusstsein – weg. Dann wäre alles gelaufen. Alles.

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