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Alte Bombe am Bunker

Traum vom 29. November 2010

Nahe einem leerstehenden, alten Fabrikgebäude, in dessen Kellerräumen der Zwilling Obdach gefunden hat. Bis zu diesem Augenblick zog eine intensive Arbeit die Aufmerksamkeit auf sich, doch etwas lenkt meinen Blick zum Himmel… Es muss eine lautlose Explosion gegeben haben, denn eine tiefschwarze Wolke strömt den Himmel, wie auslaufende Tinte in klarer Flüssigkeit. Diese Wolke mischt sich mit den violettblauen, die viel friedlicher wirken und gibt dem hellgelben Himmel etwas Bedrohliches. Auch die Gesinnungsfreunde, derer einige um mich herum stehen, schauen sprachlos und ratlos auf. Blitzschnell überlegen wir, wo wir uns in Sicherheit bringen können. Die Explosion – vielleicht explodierte eine tiefschwarze Ratte – hat womöglich schädliche Gase freigesetzt, die uns jeden Augenblick erreichen könnten. Wo ist der Zwilling? Ich laufe die Treppe zum Kellereingang hinab, stehe vor der Stahlhaut, finde keinen Zugang, auch meine Rufe verhallen ungehört. Wir können nicht länger warten; die Gefahr ist zu groß. Wir müssen aber die ahnungslosen Arbeiter in der Fabrik warnen! Denn dort fand die Explosion statt! Sie sind in allergrößter Gefahr! Ich erreiche sie nicht – no way…

Man könnte sich einreden, das alles sei völlig harmlos. Außerdem müsste man weder essen noch trinken, sollte das vergiftet sein. Ja, vielleicht ist wirklich alles okay, nur kann ich das nicht erkennen. Keine Ahnung. Mit gesenktem Blick meinen hochtourig arbeitenden Gedanken nachhängend, gehe ich mit langsamen Schritten eine Weide entlang. Ein Weg wie in sonnige Vergangenheit. Erst als ich es ins Rollen bringe, erkenne ich: eine große runde, rostige Bombe mit einem Stahlgürtel, aus dem zweiten Weltkrieg! Sie kollert auf einem Ackergerät rasch in Richtung Grasland. Genau dort, wo sie hinzielt, liegt eine alte Sitzschale aus gelöchertem Metall im Gras. Die Bombe landet hart! NEIN!!! Doch es ist zu spät. Ich höre das leise Ticken des Zeitzünders. Ich erstarre kurz, rede mir ein, der Schreck führe zu dieser akustischen Täuschung… lausche… Nein, es tickt eindeutig! „Nichts wie weg hier! Leute!!“ – Der Zwilling, wo ist er? Ich renne los, erreiche das alte Fabrikgebäude von der anderen Seite, renne um den U-Bootbunker Valentin herum, suche Zugang nahe der Bunkerwerft. Doch zeigt sich alles verschlossen. Auch meine Rufe erreichen den Zwilling nicht.

„Los, wir müssen ohne dem Zwilling einsteigen!“ Wir stürmen los, steigen in die alte Eisenbahn, die am stillgelegten Bahnsteig mit offenen Türen wartet. Kaum drinnen im Bereich der Türen angekommen, sehe ich die Schaffnerin in ordentlicher Uniform kommen; sie wird gleich zusteigen. Ich gehe ihr entgegen, empfange sie beim Einstieg und frage sehr beunruhigt: „Wissen Sie Näheres?“ Schwarze Ratten gingen in Rauch auf. Ungut! Aber vielleicht nicht lebensgefährlich? Ohne eine klare Antwort erhalten zu haben, sinke ich zu meinen Leuten auf die rot gepolsterte Viererbank. Schon ist die Schaffnerin bei uns, verlangt die Fahrkarten. Erst nachdem die Schaffnerin mir meine EC-Card zurückgibt, wird mir bewusst, dass ich ihr diese anstelle einer Fahrkarte gab. Sowas Verrücktes! Dass sie nichts gesagt hat… Ich habe tatsächlich vergessen, mir eine Fahrkarte zu ziehen. Nun will ich natürlich nicht, dass sie es noch merkt, das wäre unangenehm und peinlich. Vielleicht schaute die Schaffnerin meine Karte deshalb nicht genau an, weil ich ihr vorhin entgegen gekommen war und sie deshalb auf unbewusster Ebene annimmt, man könne mir blind vertrauen – das wäre eine Erklärung für alles. Ein etwas schlechtes Gewissen bleibt dennoch…