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Verflixt und zugenäht

Traum vom 1. Dezember 2010

Mit einigen anderen Menschen stehe ich in einer kleinen Warteschlange, so als wolle ich etwas an der Kasse bezahlen. In meinen Händen halte ich ein kleines Passepartout, das wie aus vier silbernen Pinselstrichen, die sich – in den Ecken auslaufend – kreuzen. Ich drehe es in meinen Händen.

Als nächstes werde ich aufgerufen. Von meinem früheren Ausbilder Theo B. Es geht um eine völlig unerwartete Sache. Theo will die Fäden ziehen, klärt mich vorab über die Risiken auf. Das alles kommt völlig überraschend. Ich hatte angenommen, es sei kein Ding, die Fäden zu ziehen. Ich habe direkt vor Augen, wie es aussieht: dort, wo man „seinen Vogel“ hat beginnt die Naht. Einige Stiche verbinden die obere Schädeldecke mit deren Seitenteil. Der schwarze Faden ist blutgetränkt. Ich dachte, man schneide die Fäden auf und ziehe sie dann heraus und gut isses. Doch besteht das Risiko, aus der zum Ziehen der Fäden nötigen Narkose gar nicht wieder zu erwachen. Oder man erwacht und ist unwiderruflich verblödet. Die Chance, gesund aus der Sache herauszukommen, ist ziemlich gering. Sicherer wäre, so meint Theo, man ließe das alles auf sich beruhen. Ja, aber mir ist ganz klar, die Fäden müssen gezogen werden! Verflixt und zugenäht! Warum habe ich mich überhaupt darauf eingelassen? Wie kam es überhaupt dazu, dass dort diese Verbindung genäht wurde? Nun muss ich da durch. In Wirklichkeit habe ich ja gar nicht die Wahl! Die Verzweiflung raubt mir Stimme und Sinne. Mit gesenkten Blick durchquere ich die Wohnung, ohne den Blick darauf zu lenken. Ich muss es machen.