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Schlitz bis zur Ritz’

Traum vom 6. Dezember 2010

Höhere Etage – Geschäfts- und Konferenzräume. Nochmals werde ich an die Kleiderordnung erinnert. Die Managerin betont: „Unauffällig und sehr gepflegt. Wenn Sie den Raum betreten, so werden einige Anwesende sicher hochschauen. Doch diesem ersten Blick sollte kein zweiter folgen müssen, weil ihre Kleidung in irgendeiner Weise auffällt oder die Aufmerksamkeit auf sich zieht.“ Okay, ist ja klar.

Gemeinsam mit zwei weiteren Anwärterinnen starte ich den ersten Probelauf im Konferenzraum. Gedämpfte Beleuchtung, wichtige Menschen und Gespräche. Es wird intensiv gearbeitet. Ich umkreise das U der Tische. In der einen Hand ein kleines Tablett mit einem Kaffeegedeck. Kein Blick folgt mir. Perfekt! Ich fühle mich gut vorbereitet: trage ein teures, aber einfaches Kostüm aus mausgrauem Wolltweed: schmaler Rock, knieumspielend; kurzes Jäckchen mit Bluse darunter. Trotzdem… irgendwie fühle ich mich etwas bloß… bloß gestellt. Vielleicht ist das der Grund, warum ich ohne bewusste Absicht mit der einen Hand über den Stoff des rückwärtigen Rockes streife. Da fällt mir die Kinnlade herab. Der Rock hat einen Schlitz, der bis zur Poritze reicht – mindestens! Da der Rock figurbetont sitzt, ist da keine Stoffzugabe, die ein leichtes Aufklaffen beim Gehen wirklich verhindern würde. Ganz still beuge ich mich zur Managerin, serviere den Kaffee. Sie blickt kurz auf, schaut mir ins Gesicht, wird von der Kleidung kein bisschen beansprucht. Puh, gut. Lautlos, mit kurzen Trippelschritten, um dem Schlitz keine Chance zu geben, durchquere ich den Raum und verlasse ihn. Es gibt kein Aufsehen. Zum Glück war’s darinnen nicht so hell.