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Mr. Frankenstein Undertaker

Traum vom 12. Dezember 2010

Etwas abgelegen von den übrigen Wohnhäusern steht ein Gartenhaus. Naja, mehr eine Bretterbude mit dem Grundriss eines Wohnhauses – hier warten zwei unbekannte Männer und ich auf kurz Bevorstehendes, ehe wir unseren Weg fortsetzen können. Wir warten erst wenige Minuten, da stürmt ein riesiger Mann mit kantigem Kinn in die Hütte. Der sieht aus wie … na, wie Mr. Undertaker: kalkweißes Gesicht mit finsteren Brauen und grimmigem Gesichtsausdruck. Er schaut sich zwei Sekunden um, packt dann eine der Holztüren, reißt sie aus den Angeln und schmettert sie gegen eine Wand, um diese zu zerstören. Gleich darauf reißt er einen anderen Teil der Hüttenwand heraus, schmettert diese auch wieder gegen eine andere Holzwand, die darunter einbricht. Dabei entweichen ihm Urschreie.

„Hey!“ Ich versuche ihn anzusprechen, aber er nimmt mich nicht wahr. — „Hey-hey!!“ Er hört es einfach nicht. Überhaupt macht er den Eindruck, als sei er sicher, keine Zeugen zu haben. Verblüfft sage ich zu den beiden Unbekannten an meiner Seite: „Ja also … der sieht uns wirklich nicht!!“ Das kann ich kaum glauben, denn ein großer Durchbruch in der Wand gibt den Blick auf uns völlig frei. Nach weiteren Zerstörungsakten verlässt Mr. Undertaker die Hütte und pirscht mit geballten Fäusten durch den Garten. Wir warten weiter.

Szenenwechsel. Mit dem Auto setze ich den Weg alleine fort. Gelange in ländliche Gegend. Abendzeit. Die Straßen sind kaum befahren. Probleme mit dem Auto ziehen alle Aufmerksamkeit auf sich. Trete ich die Bremse, beschleunigt das Auto, als fahre ich Vollgas. Im Vorwärtsgang geht es rückwärts; und im Rückwärtsgang vorwärts. Je angestrengter ich mich auf den vor mir liegenden Weg konzentriere, umso stärker zieht mich eine Kraft heraus und ich finde mich immer wieder wie von weit oben auf die Szenerie mit dem kreiselnden Auto blickend. Erst als mir die entgegengesetzte Wirkweise so richtig klar wird, fasse ich klare Gedanken: Ich müsste, wollte ich das Fahrzeug endlich wieder unter Kontrolle bringen, erst einmal volle Granate aufs Gas treten! Das aber traue ich mich nicht! So wirklich sicher bin ich mir nämlich nicht, dass das funktioniert. Während ich mit den Widrigkeiten der Autonomie kämpfe, erreicht mich ein Anruf der Älteren, die mir Vorwürfe macht: „Aber man macht sich v o r dem Kauf eines Autos mit seiner Technik vertraut, damit man sicher sein kann, dass es zu einem passt!“ Um Gelassenheit kämpfend erkläre ich: „Das Auto wurde ursprünglich gekauft, um die Prozente bei der Versicherung nicht zu verlieren. Es sollte nur kurze Zeit gefahren werden; wenn überhaupt.“ Die Ältere wiederholt sich: „Aber man kauft doch kein Auto, das man nicht kennt!“ — Ich werde echt sauer, möchte ihr am liebsten an den Kopf werfen, dass sie ja auch immer neue Autos kauften, während das hier, in dem ich sitze, eine alte Karre ist. Die hat nun mal Eigenarten! Doch es bleiben nur Gedanken, denn ich spüre, dass es einen viel zu großen Kraftaufwand bedeutete, gegen ihre vorgefasste Denke anzugehen.

Szenenwechsel. Meine Jugendliebe ist tatsächlich gekommen, ohne dass wir ein Treffen vereinbart hätten. Wie selbstverständlich kommt er zu mir, schließt mich – wie damals in der Dorfdisco – in die Arme, streichelt mich zärtlich und will mich nicht mehr loslassen. Warum erst jetzt, wo mein Körper so alt ist? Vor zehn Jahren noch hätte er doch seine Freude an meinem noch jung gebliebenen Körper haben können. Doch so … jetzt … Er aber bemerkt das gar nicht, obwohl seine Hände meine Haut streifen. Seine Berührungen bleiben zärtlich und liebevoll. Ja, nun fragt er mich sogar … er will mich gerne wiedersehen. — „Ja – klar!“