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Erbsentherapie

Traum vom 7. Juli 2009

Ein altes Krankenhausgebäude dient heute als Unterkunft für Menschen, die entweder Heilung suchen oder das Zeitliche segnen wollen. Typischer Altbau mit hohen Wänden. Breite Korridore mit bohnergewachsten Linoleumfliesen. Üblich ist, und deshalb auch häufiger von mir beobachtet, folgende Methode: Mann oder Frau legen sich unbekleidet auf ein Bett. Auf diesem liegt ein loser Strang aus vielen langen Erbsentrieben. Man legt sich so auf diese Erbsentriebe, dass diese an der Wirbelsäule entlang führen. Erbsenblätter, -knospen, -blüten und -schoten werden an die Wirbelsäule gepresst und saugen dann das Gift, die Krankheit oder die Schmerzen heraus. Nach einigen Stunden ist diese Behandlung abgeschlossen und der Patient geheilt. Heute nun war ein Mann hier, der Ungewöhnliches machte. Entweder geschah dies aus Unbeholfenheit oder mit voller Absicht – ich bin nicht ganz sicher. Jedenfalls führte die von ihm in die Wege geleitete Maßnahme den Tod herbei. Anstelle der Erbsentriebe hatte er sich nämlich unzählige schwarze Nacktschnecken entlang seiner Wirbelsäule verteilt. Diese saugten sich dort fest und nahmen ihm binnen weniger Stunden all seine Lebenskraft. Die Angestellten in der Unterkunft sind ziemlich sauer auf diesen Mann, da er die Gepflogenheiten des Hauses hintergangen und zu seinem Vorteil ausgenutzt hat. Ich zucke ziemlich ratlos mit den Schultern. Später kehre ich in die Großküche zurück. Einigen Frauen sind mit Lebensmitteln und Vorratshaltung beschäftigt – die erste Ernte will verarbeitet werden. Am großen Holztisch sitzt die Stationsschwester und nimmt die zurückgebrachten leeren Schüsseln unter die Luppe. Es sind Schüsseln aus rot und gelb getöntem Plastik. Die Frau nimmt die Deckel herunter und schnuppert hinein. Normalerweise riecht man sofort, dass das Essen in der Schüssel verdorben war. Bei der seit Tagen anhaltenden schwülen Hitze gammelt ja alles innerhalb weniger Stunden. Gut so! Der Verzehr dieser verdorbenen Speisen führt nämlich schnell zu Durchfall und heftigem Erbrechen, der einen starken Elektrolytverlust zur Folge hat, der innerhalb weniger Stunden zum Tod führt. Tja, und nun hat jemand, vielleicht sind es sogar zwei, diese Prozedur überlebt und ich werde für diesen Vorfall zur Verantwortung gezogen. Mit beiden Händen nehme ich den Deckel von der fragwürdigen Schüssel. Diese ist mit Frischhaltefolie ausgelegt. Fettreste und Bulettenkrümel, ein lecker würziger Duft entfaltet sich. Verblüfft rufe ich aus: „Das ist frisch!!“ Kein bisschen verdorben. Na sowas, und das bei diesem Wetter! Unglaublich, da haben die beiden sich den Bauch vollgeschlagen, ohne daran zu sterben! Ein echt dickes Ding. Empörung darüber, dass die Gepflogenheiten des Hauses ausgenutzt werden, macht sich unter den Anwesenden in der Küche breit.

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