Home » Traumtagebuch » Internet – vielleicht am Samstag

Internet – vielleicht am Samstag

Traum vom 2. Juli 2009

Einer dieser langen, lauen Sommerabende. Die Stadt kommt zur Ruhe. Hier, am Wiener Stadtrand, lässt einen die Steppe in einem südlichen Land wähnen. Ich suche einen Radparkplatz für die kommende Nacht. Zwar stehen hier ein paar Fahrradständer herum, aber niemand nutzt diese, da diese Gegend – Bahnhofsviertel – für häufige Fahrraddiebstähle bekannt ist. So frage ich eine Frau, die in ihrem von grünem Laub umrankten Garten sitzt und ihre reichhaltige Ernte verarbeitet, die sie vom Garten nach Haus getragen hat. Es ist eine so schöne, ganz stille Stimmung. So viel Frieden und Zufriedenheit. „Darf ich mein Rad für diese Nacht in ihrem Garten parken?“ „Aber ja!“ sagt sie, als sei es eine selbstverständliche Sache. Das ist ja schön. Als ich mein Rad abgestellt habe, kommt mir die Idee, ins Internet zu gehen. So frage ich: „Darf ich bei Ihnen mal ins Internet?“ Ein schlanker Schwarzhäutiger kommt mit langen Schritten herbei und antwortet höflich: „Ja klar, aber noch nicht. Vielleicht am Samstag!“ Darüber hinaus macht er einige Vorschläge, was ich hier als Gast machen darf, schränkt aber immer ein: „Aber noch nicht. Vielleicht am Samstag.“

Dann tanze ich ein wenig hin und her, drehe die Füße nach innen, nach außen, nach innen und so weiter, und bewege mich so seitwärts voran. Dabei habe ich fest meine Füße in schwarzen, wildledernen Tanzballerinas im Auge. Dazu trage ich schwarz-weiß geringelte Kniestrümpfe. Ich bin so glücklich. Das ist ja wirklich nett. Hier kann man sich wohlfühlen. Dennoch überlege ich, mein Rad doch noch in einen der öffentlichen Radständer zu parken. Das ist ja so friedlich hier und mir begegnete nicht ein zwielichtig wirkender Mensch. Ganz entschlossen bin ich noch nicht, was die Übernachtung meines Rades anbelangt.

Tags: