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Rauf und runter

Traum vom 19. September 2000

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Eine weite Wiesen, gesäumt von Bäumen. Karen ist bei mir. Sie trägt Jogginghosen. Sie sagt, dass sie sich unbedingt erst mal bewegen müsse. Sie möchte erst einmal laufen. Ich laufe also mit ihr los. Auf dieser Wiese liegt zwischen den Bäumen so etwas wie Schnee. Es ist kein richtiger Schnee, denn er ist nicht kalt, sondern hat eher eine Frühlingstemperatur. Wenn man über diesen Schnee läuft, hinterlässt man auch keine Spuren, weil es etwas Watte- oder Schaumartiges an sich hat. Es löst sich aber auch nicht auf wie Schaum. Karen läuft mit normaler Schrittlänge. Ich mache sehr lange Schritte, so dass ich nur einen großen Schritt mache, während Karen vielleicht zwei oder drei Schritte auf der gleichen Entfernung macht. Ich denke gerade daran, dass ich hoffentlich nicht aus der Puste kommen werde, wenn ich mit Karens Tempo mithalten muss. Allerdings merke ich, dass ich sowieso so große Schritte mache, das ich mich eigentlich gar nicht anstrengen müsste. Trotzdem finde ich es sehr anstrengend, diese großen Schritte zu machen. Aber irgendwie gelingt es mir auch nicht, meine Schritte denen Karens anzupassen. Vielleicht will ich es auch gar nicht!? Ich höre nun etwas herumkrakeelen. Es ist eine weiße Katze. Ich muss mich etwas nach vorne rüberbeugen, um die Katze unter einem Vorsprung aus diesem eigenartigen Schnee zu entdecken. Sie ist kräftig mit den Vorderfüßen am graben, denn sie will sich unter etwas (Baumwurzeln?) hindurcharbeiten. Sie ist mit voller Energie bei der Sache, wirkt fast aggressiv dabei. Ich kann ihre großen Augen und ihre Zähne sehen. Sie schaut mich an, ohne die Arbeit zu unterbrechen. Sie will es schaffen, das kann man an ihrem Eifer erkennen.

Ich fahre mit meinem Wagen rückwärts eine serpentinenartig geschwungene Einfahrt zu „meinem“ Haus hoch. Die Fahrbahn besteht aus aneinander gereihten Platten, wie sie oft vor Garagen- oder Hauseinfahrten zu finden sind. Ich gelange an eine Spitzkehre, und in dem Moment will jemand mit seinem Auto aus seiner Einfahrt fahren. Ich müsste also wieder herunterfahren, um Platz zu machen für das andere Fahrzeug. Aber, ich bin leicht überrascht, der Fahrer setzt das Fahrzeug in die Einfahrt zurück und ich kann weiterfahren. Ich bin nun mit dem Hinterreifen über die Fahrspur hinausgefahren, weil das in dieser scharfen Kurve leicht passieren kann. Nun muss ich aufpassen, dass ich nicht noch weiter von dem Weg abkomme. Ich gebe kräftig Gas, um wieder auf die Fahrbahn zu kommen. Gleich beim ersten Mal gelingt es mir, da ich offensichtlich im genau richtigen Maß Gas gegeben habe. Ich bin erleichtert, dass das ohne Schwierigkeiten geklappt hat, denn sonst wäre ich womöglich mit dem Auto noch weiter nach hinten gerutscht, und ich wäre nicht mehr so ohne weiteres auf die Fahrbahn gekommen, möglicherweise hätte ich ganz den Halt verloren. Ich komme dann oben an.
Nun bin ich von dort oben die Treppen wieder heruntergegangen, die sehr steil sind. Und ich denke an Thommy, der ja jeden Morgen zur Schule muss. Das bedeutet, dass er dann immer diese steilen Stufen hinuntergehen muss. Ich bin besorgt, dass er fallen könnte. Ich nehme gerade die letzte unterste Stufe, die einen ziemlich hohen Absatz bildet. Da kann man leicht zu Fall kommen.

Nun gehe ich durch eine große Hotelhalle. Es gab einen (Flugzeug-)Absturz über Erding, höre ich dort. Erding? Ist das nicht in Süddeutschland oder Bayern? Hoffentlich falle ich nicht einem Terroristenangriff zum Opfer, denke ich. Ich bin Friseuse geworden. Das muss ich, das gehört dazu. Ich sehe die Löckchen die mir in die Stirn fallen. Sie sind so richtig friseurmäßig gestylt. Eine Frau kommt mir entgegen. Sie trägt einen langen weiten, vorn geschlitzten schwarzen Rock. Während sie geht, öffnet sich vorne der Rock und ich kann sehen, dass sie eine weite durchsichtige schwarze Chiffonhose darunter trägt, die mit ornamentartigen Blüten bestickt ist. Das, finde ich, sieht gut aus. So was habe ich noch nicht gesehen. So was könnte ich auch einmal tragen! Während ich den Gang durch die Hotelhalle weitergehe, sehe ich am Ende des Ganges auf der linken Seite einen Tisch an dem die Hüttenbuscher sitzen. Ob die mich sehen? Was die wohl denken, dass ich Friseuse geworden bin? Aber das musste ja sein. Simone ist auch dabei. Ob sie sich wundert, dass ich Friseuse bin? Ich gehe an dem Tisch vorbei rechts um die Ecke. Dort ist eine lange Tafel. Frau Seh ist da und Frau Kron. Alle sitzen auf weißen Gartenmöbeln. Rudolpho und Thommy sind auch da, auch wenn ich sie nicht richtig sehe. Ich möchte mich dazusetzen. Links von mir ist eine weiße Gartenliege, wo schon jemand sitzt. Ich will mich gerade an das Fußende setzen, als ich Frau Krons Blicke spüre. Das kann ich also nicht machen. So bitte ich Rolf, dass er mir diesen weißen Gartenhocker herüberreicht. Ich nehme ihn und setze mich sozusagen in zweiter Reihe zu der Runde. Wieder sehe ich meine Löckchen über die Augen hängen. Ob Simone mich wohl sieht? Ein Kellner und zwei Kellnerinnen tragen nun jeder einen Weinkelch, diese großbauchigen Gläser, mit Wein gefüllt weg. Sie gehen dabei, fast tänzerisch rückwärts. Ich sehe, dass der Kellner das Glas in einiger Schräglage hält. Ich denke, dass er den Inhalt gleich verschütten wird, wenn er es nicht bemerkt. Aber er ist so in seinem tänzerischen Auftritt vertieft, das er es nicht zu bemerken scheint. Jetzt drehen sich alle drei und gehen geradeaus davon. Nun werden neue Gläser mit Getränken serviert. Es sind so eine Art Biergläser, die eine Flüssigkeit enthalten, die wie kristallisiert wirkt, so wie eine halbgefrorene Flüssigkeit.
Ich sage etwas zu Frau Kron, aber sie reagiert gar nicht. Ich wiederhole den Satz, aber sie hat offensichtlich nichts gehört. Überrascht denke ich, dass sie mich vielleicht tatsächlich nicht hört. Das gibt’s doch gar nicht! Ich frage sie in normaler Lautstärke, ob sie schwerhörig sei, aber sie scheint mich wirklich nicht zu hören. Ich warte auf einen ruhigen Moment, wo sie mich anschaut und frage dann noch einmal ganz verständnisvoll: „Sind Sie schwerhörig, Frau Kron?“ Und sie antwortet: „Ja, ich bin schwerhörig.“ Das sagt sie ganz gleichmütig. Ich fühle Verständnis.
Rudolpho und ich gehen nun zum Fahrstuhl des Hotels. Der Fahrstuhl ist ziemlich groß. Es stehen schon einige gutgekleidete Menschen darin. Ob wir auch noch hineinpassen? Die Lifttür ist gerade im Begriff zuzugehen. Aber Rudolpho setzt einen Fuß hinein, passiert die Lichtschranke, und die Tür öffnet sich wieder. Er geht hinein und Thommy auch. Ob ich auch noch mit hineinpasse? Vielleicht ist der Fahrstuhl schon gefüllt? Aber es geht, ich kann auch noch mit hinein. Jetzt fahren wir bergab. Es geht mit so großer Geschwindigkeit nach unten, dass ich mich an Rudolpho festhalte. Mir stockt der Atem und ich verkrampfe mich. Im oberen Teil des Fahrstuhls kann ich Spiegel und einen Fenster sehen. Da fällt mir etwas auf. Wenn ich aus dem Fenster sehe, dann kann ich sehen, wie wir rasant nach unten fahren, weil ich sehen kann, wie wir an dem Baum vorbei von oben nach unten rauschen. Wahnsinnig schnell! Wenn ich aber in den Spiegel schaue, wo sich das Fenster drin spiegelt, dann steht der Baum still, so als würde sich der Fahrstuhl gar nicht bewegen. Ich schaue wieder aus dem Fenster und sehe uns hinabrauschen. Sehe ich in den Spiegel, dann bewegt sich nichts.

Ich werde in Urlaub fahren, nach Bayern. Niemayers werden sich wundern, wenn ich dabei bin. Es ist schon ein bisschen blöd, dass ich mit Gynni fahre, aber ich kann ja in einem Extrazimmer schlafen. Hauptsache, ich mache Urlaub.

Ich sitze in meinem Twingo. Ich muss die Sitze runterklappen. Ich klappe die Rücksitze um und sehe, dass die Halterungen, also diese Klammern, wo der Sitz einrastet, ganz ausgeleiert sind. Das gibt den Sitzen dann aber einen unsicheren Halt, wenn ich sie später wieder hochklappe. Aber erst einmal ist es wichtig, dass ich die Sitze umlegen kann.