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Wattenmeer ist auch ein Sumpf

Traum vom 9.Oktober 2000

Ich befinde mich auf einer ländlichen, irgendwie vertrauten, Straße. Ich kenne sie aus einem anderen Traum, und weil ich sie als Kind schon mit meiner Oma befuhr. Ich bin mir da fast sicher. Ja richtig, am Ende der Straße erkenne ich die rot-weißen Barken. Dort ist die Straße zu Ende und man kann nur rechts oder links weiterfahren. Dann ist es die Straße, an die ich mich erinnere. Ich möchte Softball spielen. Aber wo? Ich blicke nach rechts in eine Hofeinfahrt und sehe dort einen Basketballkorb. Im ersten Moment denke ich, dass der zum Softballspielen da ist. Sogleich fällt mir ein, dass dieser Korb zum Korbballspielen ist. Also geht es hier nicht. Ein Junge steht fast am Ende dieser Straße. Der Junge schlägt vor, wir könnten doch auf der Straße Softball spielen. Thommy ist auch da um mitzuspielen. Ja, denke ich, man könnte auf der Straße spielen. Aber dann bemerke ich den kräftigen Wind, der mir ins Gesicht bläst. Nein, so kann man nicht spielen, denn der Softball würde ohne weiteres vom Wind abgetrieben werden.

Ich befinde mich in einer waldigen Gegend und betrete eine schmale Holzbrücke mit einem Geländer an der linken Seite. Rechts ist die Brücke am Berg befestigt. Die Brücke beschreibt einen Bogen nach rechts, der noch weiter in einen dichten Wald hineinführt. Das Geländer hat einen Anstrich aus roter und grüner Farbe, die aber ihre Farbigkeit durch Wind und Wetter eingebüßt hat. Es ist eine Brücke aus alter Zeit. Der Steg an sich besteht aus schmalen hintereinandergelegten Brettern. Oh je, ich bemerke, dass das Geländer kaputt ist. Und an der Seite des Geländers ist unter mir das Tal. Unten im Tal sehe ich eine Kirmes. Es sieht so aus wie Stahlgerüste und Gestänge für einen Zirkus oder einen Jahrmarkt; so ein Jahrmarkt aus alter Zeit. Dort ist jetzt nichts los. Um diese Tageszeit ist dort alles leer. Ich überlege, ob ich die Stelle der Brücke, wo das Geländer ganz fehlt, überwinden kann. Ich habe ja auch noch mein Fahrrad dabei, was es nicht gerade einfacher macht. Aber ich sehe, dass nicht nur das Geländer fehlt, sondern dass der Steg auch nicht ganz in Ordnung ist. Es sind Bretter durchgebrochen oder fehlen ganz. Vorsichtig hangele ich mich zurück. Jetzt erst bemerke ich, dass ich schon viel weiter im gefährlichen Bereich bin, als ich dachte. Als ich dort wieder heraus bin wähle ich den Weg rechts von der Brücke. Er ist sehr breit und frisch geschottert. Ich sehe den glänzend schwarzen Schotter und den weiten Blick, den diese Schotterstraße bietet. Nun fahre ich mit einer großen schwarzen Limousine auf dem neuen Schotterweg. Ich nehme rasant die scharfe Linkskurve, so dass die Reifen knirschen und den Schotter wegspritzen. Genüsslich höre ich das Knirschen und merke wie gut der Wagen in der Kurve liegt. Ich freue mich, wie souverän ich das Fahrzeug fahre, mit genau der richtigen Geschwindigkeit die Kurve nehme. Ein Mann beobachtet meine Fahrt und denkt sicherlich auch, dass ich das gut gemacht habe. Rechts von mir fährt, so glaube ich, eine Schnellzug in die gleiche Richtung wie ich, nur schneller. Das sehe ich aber eher nur aus dem Augenwinkel.
(Anm.: Die Gegend um die Brücke wirkt verwunschen, fast wie aus einem Märchen. Es wäre verlockend, diesen Weg, die Brücke entlang, weiter zu gehen.)

Ich sitze mit Thommy in einem Wohnwagen und blicke aus dem Fenster nachdenklich auf das Watt. „Wattenmeer ist auch ein Sumpf. Das könnte man so sagen.“, überlege ich. Ich halte einen Eissalat in der Hand und denke: „Eissalat enthält auch Wasser.“ Es geht um das Element Wasser.

Jetzt schwimme ich mit einer dunkelhaarigen Frau im Meer, in einer kleinen Bucht. Das Wasser ist gar nicht so tief und nicht so weit. Am anderen Ende des Gewässers ist eine Boutique. Dort sind Vorhänge vorgezogen. Ich ziehe die Vorhänge beiseite. Interessant ist, dass ganz außen am Vorhang noch zwei schmalere Vorhänge sind, die man so aber nicht sehen kann, weil sie zusammengeschoben sind. Es ist ein roter und ein rot-weißer Vorhang, die man auch vorziehen könnte. Das finde ich gut. Hinter dem Vorhang ist es ziemlich dunkel. Dort steht ein Mann (Autorität) im dunklen Anzug. Er steht zwischen vielen Kleiderständern mit Klamotten und hängt Kleider auf die Ständer. Ich rede kurz mit ihm. Wir schwimmen wieder zurück. Vom Wasser aus können wir die Klamotten sehen. Die dunkelhaarige Frau ist irgendwie nicht ganz in Ordnung. Sie wirkt matt und krank; lebensunlustig. Ich fühle mich frischer als die Frau.

Ich habe einen Brief im Losverfahren gezogen. Er ist von Nina S. und ihrer Freundin. In dem Brief steht, dass sie beide am gleichen Tag Geburtstag haben wie ich. Na, so ein Zufall, dass ausgerechnet ich diesen Brief gezogen habe. Es hätte ja auch jemand anders sein können.
Ich sitze auf dem Sofa im Wohnzimmer meiner Eltern. Das Sofa ist voller Krümel, ich sehe sie ganz deutlich vor mir. Meine Eltern kommen zurück. Meine Mutter läuft in die Küche und sagt bestimmend, dass sie will, dass ihre Träume gedeutet werden. Ich sage laut und ebenso bestimmt: „Das kannst du selber am besten!“ „Nein, das kann ich nicht!“, erwidert sie böse. Aber ich glaube, dass nur sie das so gut kann; da kann ihr keiner helfen. Das muss sie selber machen. Ich war ihr währenddessen auf dem Flur hinterhergeeilt. Nun kehre ich aber um, denn ich muss schnell im Wohnzimmer die Unordnung beseitigen, die Krümel vom Sofa entfernen und die leeren Tüten vom Tisch einsammeln. Mein Vater hatte sowieso vor zu telefonieren. Da kann er ja für mich etwas wegen des Briefes zu Nina sagen. Das macht er auch. Meine Mutter ist nun sauer, dass er das Telefonat macht. Sie meint, er hatte gar nicht vor zu telefonieren und nun muss er es wegen mir.

Ich befinde mich in einer Gastraum(?). Eine festliche Gesellschaft kommt zum Essen. Sie kommen zu früh und ich stelle fest, dass noch gar nicht die Tafel vorbereitet ist. Obwohl ich unverzüglich mit den fehlenden Dingen wieder da bin, komme ich zu spät. Man sagt, sie hätten schon gegessen und sie wären schon wieder weg. Ungläubig kann ich das gar nicht verstehen. Warum haben sie denn nicht diesen kleinen Moment warten können?