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Kleiner Wolf und Lothar

Traum vom 19. Dezember 2010

Ein Kellerraum mit einem leicht geschwungenen Tresen. Ziemlich dunkel ist es; nur hier, wo ich auf einem Barhocker am Tresen sitze, fällt etwas Licht hin. Ich arbeite konzentriert an einer wichtigen Sache. Deshalb bin ich genervt, als ein Schäferhund – dessen friedliches und freundliches Wesen mich normalerweise nachsichtig stimmt – an meinen Beinen hochspringt, um ein Leckerli zu ergattern. Da er mir keine Ruhe lässt, springe ich bald auf und gebe ihm einen Happen, verlasse den Raum, gelange mit dem Hund im Arm – inzwischen ist es ein männliches Baby, nämlich der kleine Wolf – in einen Hörsaal, der dicht gedrängt mit Menschen gefüllt ist. Schwache Beleuchtung … ich sehe kaum mehr als eine schemenhafte dunkle Masse. Mit dem Baby setze ich mich auf einen der Tische, mit dem Rücken zu den großen Panoramafensters. Das Baby saugt an meiner Brust und gleichzeitig nuckelt es an dem Milchfläschchen, das ihm seine Mutter gab. Seine schmatzenden und leise schnalzenden Geräusche drücken Wohlbefinden und Zufriedenheit aus. Erst jetzt sehe ich, dass Lothar L. gegenüber im Hörsaal sitzt und direkt in meine Richtung schaut.

Plötzlich fühle ich mich gar zu mütterlich mit dem Baby im Arm. Nach kurzem Überdenken akzeptiere ich, dass ich auch mal mütterlich in Erscheinung trete. Die Mutter des Babys sitzt wenige Schritte weiter auf einem Stuhl und äußert bald Bedenken: „Vielleicht ist er inzwischen übersättigt?“ Möglich. Ich nehme das Kind von der Brust und gebe es der Mutter zurück. Während ich noch an den Reißverschlüssen fummele, die rechts und links das schwarze Samtkleid auf Taille bringen sollen, wird mir bewusst, dass Lothar mich die ganze Zeit vor dem grellen Gegenlicht des großen Fensters sah und kaum mehr als einen Scherenschnitt sehen konnte. Da die Reißverschlüsse offen waren – und blöderweise immer noch nicht zu schließen sind – werden meine Konturen recht unförmig wirken. Könnte ich das doch jetzt noch schnell richten, damit er meine wahren Formen ahnen kann. Es gelingt nicht und ich verlasse ziemlich frustriert den Hörsaal.