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Freie Bahn dem Schreiben

Traum vom 20. Dezember 2010


Nun überlege ich schon länger, ein weiteres Blog einzurichten. Nur welchen Namen soll ich dem geben? ‘Befindlichkeiten.de’ wäre wohl passend. Aber das ist doch blöd! Naja, wenn mir kein gescheiter Name einfällt, lass ich es halt sein.

In einem Klassenzimmer – Informationsstunde oder ähnliches – treffe ich den Käpt’n. Eine kurze und höfliche Begrüßung. Ich freue mich über die Begegnung und verspüre gleichzeitig Bedauern, denn von seiner Seite kommen keine Signale, dass er an einer Unterhaltung mit mir interessiert wäre. Ich ahne, welch neue Begeisterung für ihn entflammen würde, wenn er mir etwas zu sagen hätte. Hat er aber nicht, so bleibt es lau und mein nächster Gedanke gilt der Überlegung, dass mir noch nicht einmal Weihnachtswünsche über die Lippen kommen, weil mir diese in ihrem inflationärem Auftreten einfach zu blöde sind. Ach, könnte ich ihm doch von meinem neuen Blog erzählen! Doch angesichts seines kürzlich aufgesetzten Blogs – das sich rechts von mir als blasse Projektion an die Wand wirft und auf mich einen enttäuschenden Eindruck macht – fällt das aufkeimende Interesse gelangweilt in sich zusammen. Unsere Wege trennen sich also schon wieder. Zurück bleibt ein Gefühl, das ich nicht beschrieben habe.

Dann daheim. Mike will ein Blog registrieren und bittet mich, ich möge es ihm gleich tun. Er begründet es damit, dass es viel einfacher sei, ein neues Blog aufzusetzen als sich mit den Zugangsdaten des alten Blogs herumzuschlagen. Die ganzen Login-Fehlversuche und so ‘n Quatsch – nee nee. Ja dann … gute Idee! Aber wie soll ich mein Blog nennen? Ah … ich habs: ‘S-Bahn bahn.de’ – finde ich ganz gut, stimmig. Bei dem Wetter jetzt fahren keine S-Bahnen. Ich könnte also darüber schreiben, wie sie nicht fahren. Doch gleich nach dem Bestätigen des Blognamens erkenne ich einen Fehler: Ich registrierte mein Blog unter dem Namen ‘S-Bahn bahn bahn.de’ – sowas Blödes. Eine S-Bahn bahn gibt es, aber doch keine S-Bahn bahn bahn! Hmm … immerhin ist es ungewöhnlich und deswegen ganz gut. Okay, es kann losgehen; login und freie Bahn dem Schreiben!

Später kehre ich mit Detlev – er heißt gar nicht Detlev, aber mir fällt sein Name nicht ein – vielleicht weil ich ihn nicht kenne. In der Ex-Bude angekommen. Der Zwilling schnüffelt wieder in meinen Sachen herum. Seine wiederholten Grenzverletzungen nerven, aber ich will ihn auch nicht strafen und lasse ihn wortlos machen. Als ich nun also ankomme, kann ich den Zwilling nicht entdecken. Wo ist er? Detlev ist ganz glücklich, dass ich ihn an die Hand genommen habe. Schnell zeigt sich, dass er dringend von einem Arzt versorgt werden muss: in seiner Hand klafft ein tiefer und langer Einschnitt, der sich vom Handgelenk bis zum mittleren Daumengelenk erstreckt. Nicht ungefährlich, das könnte sich rasch entzünden. Auf dem Weg zur Anmeldung – das ist ein runder Tresen mitten in einem unterbelichteten Raum – tritt die dicke Christel über die Schwelle. Sie trägt Trauer, wirkt sehr elegant im schlichten Schwarz. Dazu trägt sie eine mondäne Sonnenbrille und wirkt derart verjüngt, dass es mir jeden Gedanken verschlägt. Ich reiche ihr die Hand, kondoliere und lasse mir von ihr bestätigen, dass ‘der Onkel’ gestorben ist. Sie sieht aber wirklich klasse aus. Mit einigen Worten erkläre ich Detlev die Zusammenhänge.