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Wasssermannschuppenstrümpfe

Traum vom 27. Juni 2009

Zentral gelegen, die kleine Abreisehalle. Mitten in dieser ein kreisrunder Tresen – Info, Fahrkarten. Davor eine lange s-förmige Warteschlange. Ich stelle mich dazu. Bald kommt eine Mütterliche und fragt, ob ich mich schon angemeldet habe. Nein, habe ich nicht. „Worum geht es?“ Ich erfahre nichts Genaueres, nur so viel, dass es wirklich interessant sein soll. Na, okay… hier müsste ich eh noch lange warten.

Wir gehen zu einem Fahrkartenschalter, mehr am Rande der Halle, mehr im Dunkeln liegend. Kurz bevor die Buchung und der Zahlungsvorgang eingeleitet wird, kommt eine Frau zum Vorschein, die bisher hinter der Angestellten am Schalter verborgen war. Etwas älter, ein wenig matronenhaft. Sie mustert mich abweisend und fragt: „Wollen Sie ernsthaft dabei sein??“ Plötzlich verstehe ich worum es geht, will mich aber vergewissern: „Es ist eine Seniorenveranstaltung, gell?!“ Sie nickt unfreundlich. Mustert mich mit einem schnellen Blick von oben bis unten, so als wolle sie abwertend ausdrücken: Pffff, junges Gemüse…. Na, da ist die Entscheidung klar: „Dann lasse ich es sein!“ Nach kurzer Pause kommen aber doch Zweifel und ich frage vorsichtshalber nach: „Oder ist es so gut, dass ich trotzdem…?“ Nein.

In der Abreisehalle steht ein Mini-Riesenrad. Mike, Moina und ich sitzen direkt vor einer am Boden weilenden Gondel. Sie ist aus einfachem Metall, reichlich mit Rost überzogen. Drinnen sitzt unter anderem ein Liebespaar. Moina lacht mehrmals ein ganz glockenglucksendes schönes Lachen. Bald dreht sich der Mann in der Gondel zu uns um, schaut missmutig, wer ihn da so unverschämt stört. Seine Reaktion schmerzt, denn Moinas Lachen ist – so empfinde ich ganz stark – von ganz eigener Klarheit und Schönheit.

Wenig später etwas weiter hinten in den Räumlichkeiten des großen Gebäudes. Dieser Raum ist leer. Links neben mir sitzt eine Frau. Wir schauen geradeaus ins Dämmerlicht. Sagen nichts. Dann wird eine Frauenstimme laut. Erst jetzt bemerke ich, dass man nach rechts durch die Wand in das Nebenzimmer schauen kann. Darin ein langer Tisch. Alle Plätze besetzt. Betriebsfeier. Nachdem sich keiner der Mitarbeiter traute, etwas zu sagen, erhebt sie nun mit entschlossener Stimme das Wort, um eine Unterhaltung in Gang zu bringen. Na, diesen Typ Frau gibt es wohl in jedem Betrieb, so überlege ich. Sie traut sich, die peinlich gewordene Stille zu durchbrechen. Eine Stille, in der ja jedes Wort doppelt laut wirkt. Sie spricht den Vorgesetzten auf eine unverfängliche Sache an und bald ist eine ganz natürliche Unterhaltung entstanden. Die Stimmen kommen von Herzen.

Die Frau fragt nun einen anderen Mann, wie weit er gekommen ist. Er hat nämlich von einiger Zeit damit begonnen, Herren-Wassermannschuppenstrümpfe zu stricken. Zur Veranschaulichung wird mir eine Skizze vor Augen geführt:
Ein Mann mit goldener Wassermannkrone, nacktem Oberkörper. Seine Beine stecken bis zur Leistenbeuge in selbstgestrickten wassergrünen Strümpfen mit Schuppenmuster. Aha, Männerstrümpfe! Eine Anleitung zum Stricken also. Finde ich ja urig, dass derlei Privates auf dieser Betriebsfeier thematisiert wird – und das allen Ernstes.

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