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Gummistiefelweitwurf

Traum vom 26. Dezember 2010
[Januar]

In NSJ findet eine vergnügliche Vereinsfeier statt. An einer Station gibt es einige große Pappkartons. Sie sind oben offen, stehen im Halbkreis verteilt. Drei Meter entfernt ein wilder Haufen mit Gummistiefeln. Jeder, der Lust hat, darf mitmachen und versuchen, ein Paar Gummistiefel in einen Karton zu werfen. Gelingt dies, so darf derjenige das Paar Gummistiefel behalten. Das ist verlockend, denn es sind hochwertige Gummistiefel einer bekannten Schuhmarke. Vielen gelingt es nicht, ein Paar in den Kartons zu versenken und auch ich rechne mir nur eine geringe Chance aus. Doch dann … während ich den Stiefel nach hinten schwenke, um Schwung zu holen, spüre ich genau hin, wo der Schwerpunkt des Gummistiefels liegt. Denn mit dem gedachten Schwerpunkt muss ich zielen. Yipieeeh! Ich habs geschafft!

Doch noch ehe ich die gewonnenen Gummistiefel – sie sind knallrot, haben ein kräftiges Profil und sie gefallen mir so richtig gut – in Empfang nehmen kann, bemerke ich das Gewitter, das sich in Sekundenschnelle zusammenbraut. Ohne lange zu zögern, nehme ich Moina an die Hand um sie in Sicherheit zu bringen. Der dunkle Himmel zuckt unter grellblauem Aufleuchten. Schnell erreichen wir ein Haus, das mir vollkommen fremd erscheint – dass es zweifelsohne mein Elternhaus ist, erkenne ich nicht – und ich lasse Moina am Seiteneingang los, damit sie im Hausinnern Schutz suchen kann. Ich bin erleichtert, wir haben es geschafft – auch wenn es um die teuren Stiefel echt schade ist. Draußen, zwischen gedachtem Hühnerstall und Vorplatz gibt es zwei lange Tafeln, an denen meine früheren Klassenkameraden zusammengefunden haben. Ein Klassentreffen! Ein kurzer Überblick genügt um zu erkennen, dass viele Mitschüler nicht erschienen sind. Beispielsweise sind Axel, Peter und Wolfgang und einige Mädchen nicht gekommen. Das Klassentreffen ist längst in vollem Gange. Ich bedauere weder, dass ich nichts davon wusste, noch dass es kaum noch lohnt, sich dazu zu gesellen. Am Tisch vor dem Hühnerstall bemerke ich allerdings den Schwimmer Jens. Als er mich erblickt, springt er genauso quecksilberig auf wie damals in der Schule, als er noch neben mir saß. Seine blauen Augen leuchten. Auch noch, als ich nah vor ihm stehe und ihn verschmitzt grinsend begrüße. Wiederholt streift mich sein Blick, in dem ich unverhohlene Bewunderung bemerke. Ich fühle mich wohl in meiner schwarzen Fürstinnenhose und im Gegensatz zu früher, vereinnahmt mich die Bewunderung nicht, sondern ich registriere das einfach – mit zwar herzlichen Gefühlen, aber doch Distanz. Wie angenehm es ist, wenn einem nicht der Sinn nach amourösen Abenteuer steht. So wechsele ich ein paar Worte, freue mich darüber, dass ich gut ankomme, lasse mich aber nicht darauf ein, als man mich bittet, doch noch mitzufeiern. Ich lache auf – mit einem Gefühl, das glatt und warm die Kehle umspült. Das Gefühl der Freiheit ist wunderbar.

Kurz darauf stehe ich wieder an der Seiteneingangstür, um zu schauen, wohin Moina gelaufen ist. Zufällig kommt die Floristin, die die Schuhverkäuferin ist, daher und ich erzähle ihr von meiner Enttäuschung darüber, dass ich wegen des Gewitters nicht mehr darauf warten konnte, dass mir die gewonnenen Gummistiefel ausgehändigt werden. Sofort verspricht sie: „Aber das macht doch nichts. Ich bringe sie Dir bei nächster Gelegenheit einfach mit.“ Oh … toll … das ist wirklich nett!