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Gute Männlichkeit

Traum vom 31. Dezember 2010
[Juni]

Morgens in Agathes Wohnung. Ich war lange nicht mehr hier. Eigentlich wollte ich die Räume reinigen, sehe aber: das sieht ja ordentlich aus. So ziehe ich mich leise zurück. Fast, denn da höre ich Agathe kommen. Sie trägt eine waldgrüne Strickstrumpfhose wie einen Catsuit. Gerade erhält sie eine Nachricht von ihrer Tochter, die gerade einen neuen Freund gefunden hat und das freudig mitteilt. Agathe schlägt daraufhin bestürzt die Hände vors Gesicht. Bemerkt mich aber, blinzelt durch die Finger, ob ich ihre Betroffenheit erkenne, so als suche sie meinen Trost. Doch sobald ich einen Schritt auf sie zu mache – ich probiere es mehrmals – wendet sie sich ab, um die Tränen zu verbergen. Und wie ich sie so von der Seite sehe – sie trägt einen blütenweißen Herrenslip – bin ich mehr und mehr irritiert über die Beule. Wahrscheinlich eine optische Täuschung. Doch egal, wie sie sich dreht, es bleibt dabei. Das kann doch nicht sein, dass sie einen Ständer hat? Das müsste ich doch längst wissen, wenn sie ein Mann wäre, oder? Es wird allerdings immer eindeutiger, dass es so ist. Inzwischen tritt sie an einen Schreibtisch, der direkt vor einem Treppengeländer steht und sichtet die dort abgelegten Nachrichten. Am Geländer über dem Schreibtisch hängt eine Leine mit lauter minimal mit Luft gefüllten Ballons. Und zwar derart, dass die zusammengebundenen Zipfel nach vorne unten weisen und so ebenfalls an viele kleine Pimmel denken lassen. Doch so ganz genau kann ich das alles noch nicht begreifen.