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Innerer Abriss

Traum vom 3. Dezember 2011
[September]

Der Kopf von Erkältungskopfschmerz zerdröselt, wache ich vom Klingeln an der Haustür auf. Moina öffnet, noch ehe ich ganz da bin, sieht an meinem Gesicht, dass es mir nicht recht ist. Doch zu spät. Schritte auf den Treppen. Stimmen. Ah, es ist der Vermieter – zwar erwartet, aber nicht unbedingt heute. Noch während ich zur Wohnungstür stürzte, sah ich den Zustand meiner Wohnung mit Erschrecken. Über Nacht wurden nicht nur die Tapeten abgerissen – sie hängen zum Teil noch in großen Fetzen von der Wand – sondern zum Teil sogar der Putz. Die Fußbodenbeläge, die Treppe, einfach alles bis auf das Rohe freigelegt. Grau. Welch ein armseliger Zustand, welch eine Unordnung. Der Vermieter ruft mir bereits vom unteren Absatz der Treppe zu, er habe sich nun doch entschlossen, alle Wohnungen im Haus von Grund auf zu sanieren. Natürlich, das ist eine wunderbare Nachricht, aber der Anblick der in wenigen Nachtstunden innerlich abgerissenen Wohnung erschüttert mich. Die Tränen brechen wie aus einer riesigen Blase heraus, ich weine laut mit offenen Mund – was ich gerne unterdrücken würde, mir aber nicht mal ansatzweise gelingt.