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Old School – X-Chromosom

Traum vom 10. Januar 2011

Es ist so dunkel in dieser Nacht. Längst sind wir – wer genau ist ‘wir’? – aufgebrochen zu einer Reise. Noch sitze ich allein im Abteil: ein ziemlich großer Raum, darin stabile Arbeitsplatten in U-Form an den Wänden angebracht. Auf einer dieser Platten sitze ich, dicke Socken über den Füßen, mit dem Rücken zum Fenster. Ich bin umgeben von reichlich Utensilien, die ich mit auf die Reise nahm. Bald kommt eine dreiköpfige Familie hinzu. Der Mann freut und bedankt sich, weil ich einen Platz für sie freigehalten habe. Naja, für mich ist das ganz klar, ich hatte ihm ja mein Wort gegeben. Außerdem freue ich mich auch, dass es so gut geklappt hat.

Wir sind schon lange unterwegs, da betritt plötzlich die alte Klassenlehrerin das Abteil, überreicht mir sichtlich ungeduldig einen weißen Schnellhefter – ich hatte einige Materialien darin zusammengestellt und kürzlich bei ihr abgegeben. Sie sagt, sie habe den Inhalt um ein paar Dinge ergänzt. Sie wirkt etwas unzufrieden, so als habe sie mehr von mir erwartet. Anfangs denke ich, diese Mappe sei auch für die Familie bestimmt, doch sie weist nachdrücklich darauf hin, dass sie nur für mich ist. Das irritiert mich. Es kann nur ein Irrtum sein, warum sollte sie mich bevorzugt behandeln? Ich werfe einen Blick in den Schnellhefter. Tatsächlich, sie hat einige bedruckte Papiere hinzugefügt. Auf einem lese ich in großen Lettern: OLD SCHOOL Mit fragendem Blick schaue ich auf, doch sie ist in Eile und schon fast verschwunden. Der Vater zeigt immer noch seine Freude darüber, einen Platz gefunden zu haben.

Bald darauf stehe ich auf – etwas nicht näher zu Bestimmendes muss mich veranlasst haben, in die dunklere Nische zu gehen, so als wisse ich, dass es dort etwas zu entdecken gibt. Dort steht das gläserne Unterteil eines Stövchens auf einem Metallgitter, unter dem wiederum ein kleines Feuer angezündet werden kann; vielleicht ist das sogar vorgesehen. Das Glasstövchen enthält eine Winzigkeit, einen kleinen Buchstaben, vermutlich ein X. Erst als ich wach bin erkenne ich: es die Mikroaufnahme eines X-Chromosoms in einer mit einer Nährstofflösung bestrichenen Petrischale. Ich denke, es soll erhitzt werden und es bereitet mir etwas Sorge wegen der zu erwartenden Hitzigkeit. Besser wäre wohl, so überlege ich besorgt, ich stellte einen feuerfesten Porzellanteller darunter, ehe ich der Sache Zunder gebe.

Traumpfad: Chromosom 16