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Als Hochstaplerin entlarvt

Traum vom 11. Januar 2011

Gemeinsam mit einer unbekannten Frau besuche ich ein kleines Lokal. Sie setzt sich, während ich Jacken, Mützen, Schals von uns allen an den Garderobenhaken hänge. Außer der Frau sind noch zwei weiter nicht zu beschreibende Personen bei uns, mit denen wir nichts weiter zu tun haben, außer dass wir an einem Tisch sitzen. Der Garderobenhaken ist aus massivem Messing. Etwas altmodisch, aber immerhin ein großer Haken, der all unsere Sachen trägt. Ich recke mich, stapele die Kleidungsstücke übereinander. Ganz zum Schluss – meine Arme reichen gerade so eben ran – hänge ich noch zwei Brillen oben drüber. Kurz vergewissere ich mich, dass sie dort hängen bleiben … sie schaukeln leicht hin und her. Ein Mann am Nebentisch schaut stirnrunzelnd zu den Brillen ist aber derart gedankenabwesend, dass er wohl trotzdem nicht weiter darüber nachdenkt.

Dann sitze ich neben der Frau, wir stecken unsere Köpfe zusammen und sie fragt mich mit gedämpfter Stimme, ob Thommy regelmäßig englischsprachige Konversation pflege. — „Ja … äh …“ ich gerate ins Stammeln (was will ich eigentlich sagen?) und rede etwas um den heißen Brei: „Naja, Sie wissen wie das ist. Die jungen Leute und die Anglizismen – reines Deutsch und reines Englisch findet man heute ja gar nicht mehr.“ Sie rückt näher, flüstert mir wissend und vielsagend ins Ohr: „Ich mag gerne hochstapeln.“ — Man sollte meinen, sie sage es mir im Vertrauen, doch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das eigentlich ein Wink mit dem Zaunpfahl sein soll. Das ist aber okay und ich gebe es gleichmütig zu: „Ja, hochstapeln auch, gerne! Nur leider gibt es bei mir nichts, das zum Hochstapeln geeignet wäre, so bleibt mir am Ende immer nur das Tiefstapeln.“ Tja, so ist das, überlege ich geschwächt. Hochstapeln … ich blicke zu den beiden Brillen dort hoch oben am Haken, die den ganzen Stapel Winteraccessoires krönen und wie sie da so leise baumeln.
Während ich plötzlich in den Wachzustand katapultiert werde, erkenne ich schlagartig: natürlich, die Sachen am Garderobenhaken … hoch gestapelt und die Brillen noch oben drauf. Das Symbol für Hochstapelei! Da gibt es kein Rausreden. Auwei … Ich fühle mich so unangenehm ertappt, dass es mir in die Magengrube fährt.

Eine Antwort zu Als Hochstaplerin entlarvt

  1. [...] Das ist genau die richtige Haltung zum Tiefstapeln – perfekt!! [...]