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Abschiedsdrink mit orientalischem Löwenzahn

Traum vom 14. Juni 2009

Wir verbrachten einige Tage in dem südländischen Hotel. Nun ist der Tag der Abreise gekommen. Ich gehe hinunter, zum hübsch geschwungenen Tresen der Rezeption. Dort erwartet mich ein junger Marokkaner, der mir bereits während des Aufenthalts mehrfach aufgrund seines freundlichen und zuvorkommenden Wesens aufgefallen war.

Er beginnt mit der Abrechnung. Das gestaltet sich nicht ganz so reibungslos, wie ich es selbstverständlich vorausgesetzt hatte. Es liegt daran, dass ich bar zahle. Da mein Portemonnaie so prall ist, bietet sich das geradezu an. Der Marokkaner zählt nach… Es fehlen noch zwei Euro. Kein Problem, so denke ich und zücke ein zweites prall gefülltes Portemonnaie. Unglaublich allerdings, dass keine zwei Euro darin zu finden sind. Mich erheitert das und ich bin nach wie vor gut gelaunt. Als Zeichen meiner Zahlungskraft lege ich meine lila Barclay-Card auf den Tresen. Klar, jeder erinnert sich an die Zeiten der Deutschen Mark; damals waren die Kreditkarten noch viel voluminöser. Auch klar, dass ich mit dem DM-Guthaben auf der Karte heute nichts mehr werden kann. Der Marokkaner lacht mit mir, gleichzeitig sind wir beide ernsthaft bemüht, diese Angelegenheit zügig zu klären. Ja, ich habe sogar noch eine zweite Barclay-Card dabei; ebenfalls mit DM-Guthaben. Natürlich könnte ich auch alles mit einer gültigen Kreditkarte zahlen, aber da ich den Löwenanteil bereits in bar gegeben habe, bin ich dazu nicht bereit. Irgendwann haben der Marokkaner und ich doch noch die zwei Euro zusammen.

Daraufhin serviert mir der Marokkaner einen Abschiedsdrink in einem Cocktailglas. Es ist eine klare, alkoholische Flüssigkeit auf gecrushtem Eis, mit einer dottergelben Blüte garniert. Eine Blüte, die wie Löwenzahn aussieht, aber zur Mitte hin einen schmalen gelborange Kranz aufweist. Vermutlich ist es orientalischer Löwenzahn. Toll, diese Blüte sah ich bereits öfter auf solchen Drinks, hatte sie bisher nur nie gekostet. In mir ein leichter Widerstand; ganz vorsichtig knabbere ich, nur mit den Lippen, etwas von der Blüte. Oh, diese Blüte ist von einer solch angenehmen milden Süße und hat gar nicht den erwarteten bitteren Beigeschmack, wie ich befürchtet hatte. „Das ist ja kööööstlich!“ rufe ich aus und freue mich über diesen ungewohnten Genuss und die freundliche Geste des Marokkaners.

Über diese ganze Angelegenheit vergesse ich völlig, dass ich noch einige Sachen im Hotelzimmer zurückgelassen habe. Dinge, die mir weniger wichtig erschienen, die ruhig noch auf mich warten könnten. Leider werde ich erst einige Stunden später daran erinnert! Nämlich als Mike kommt, um seine Sachen zu holen. Er kommt nicht mehr in unser bisheriges Zimmer, weil ich es durch den Zahlvorgang abgeschlossen habe. Inzwischen ist es auch neu belegt; von einem Ehepaar, die zu einer Reisegruppe gehören.

Mike und ich laufen hinauf in die zweite Etage, um mit dem Ehepaar Kontakt aufzunehmen. Vielleicht lassen sie uns ins Zimmer?! Es sind ein paar Dinge im Bad und auf dem Bett liegt noch Zeug von Mike. Leider zeigt sich vor allem die Ehefrau sehr widerwillig. Kurz befürchte ich, sie könne unsere Bitte abschlagen. Doch dann willigt sie doch noch ‘gnädig’ ein. Wir laufen eine Stiege hinunter, die mitten in dem großen Raum errichtet wurde. Sie ist schmal und steil. Am liebsten hielte ich mich mit den Händen am Geländer fest, aber es ist alles aus ungehobelten Holzbrettern gezimmert – wohl eine provisorische Lösung – und ich fürchte, mir einige Splitter in die Haut zu treiben. Gemeinsam mit der Frau erreichen wir schließlich das Schlafzimmer. Es ist ein offenes Schlafzimmer, dass mit anderen Schlafräumen verbunden ist. Etwas unerwartet verwehrt mir die Ehefrau nun den Zutritt; nur Mike gestattet sie ein kurzes Betreten des Zimmers. Das ist ziemlich unpraktisch, da Mike kaum wissen wird, welche Dinge im Bad mir gehören und welche der Frau. Allerdings habe ich nicht mehr den Nerv, mit der Frau noch weiter zu verhandeln.

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