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Die Urkunde

Traum vom 23. April 1996

Am Tage. Gehe beim Aktiv-Markt in Lilienthal über den Parkplatz. Zwei unbekannte Frauen steigen in ihre Fahrzeuge ein. Das Auto links von mir ist senfgelb. Ich gehe weiter über den Parkplatz in Richtung Hauptstraße und muss auf diesem Weg ein Glashäuschen durchqueren. Einige Menschen, die miteinander reden und mich nicht bemerken, stehen dabei im Weg. Ich passiere das Glashäuschen und gelange in die Fußgängerzone. Dort sind viele Menschen.

Dämmerung. Ich befinde mich in der Supermarktabteilung im Untergeschoss eines Kaufhauses. Hier war ich schon einmal in einem anderen Traum. Links von mir befindet sich die Obstabteilung – Äpfel, Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln und Orangen, … Alles ist in rote Netze verpackt. Ich höre Kunden aufgebracht darüber reden, dass man ihnen so weismachen wolle, dass die Waren gar nicht abgepackt seien, obwohl sie es in Wirklichkeit sind. Und man müsse die Waren dennoch abwiegen, obwohl sie bereits fertig abgewogen verpackt ist. Im mehr außen liegenden Bereich der Gemüseabteilung schaue ich mir nochmals chinesische Papierschirme (50 cm Durchmesser) an. Sie sind aus braungelbem Papier und mit pastellroten Blütenmalereien verziert. An diesen Schirmen sind Räucherstäbchen befestigt – sie sind lang und dick. Aus der Nähe betrachtet sehen sie wie Essstäbchen aus. Ich sehe noch weitere kleinere Räucherstäbchen die wie Essstäbchen ausschauen. Außerdem werden zusammengefaltete Papierschirme angeboten.
Im angrenzenden Regal sehe ich Naturkost. Ich schaue die Erdnusscreme an und überlege, ob ich mir etwas von den vegetarischen Brotaufstrichen kaufen möchte. Ich nehme nichts und fahre die Rolltreppe wieder hinauf.

Dämmerung – Waakhausener Straße. Ich bin mit dem Mercedes auf dem Heimweg. Außer mir ist niemand unterwegs – kein anderes Auto, kein Mensch weit und breit. Rechts am Straßenrand eine Parkbucht, die von Büschen und Bäumen umgeben ist. Dort bin ich nun.
Auf einem Tischchen… – nein auf dem Stuhl neben dem Tisch liegt eine Urkunde. Im ersten Augenblick denke ich, dass ein mir bekannter Name drauf steht.
Ich fahre wieder mit dem Auto und überlege, dass ich noch zu einem anderen Einkaufszentrum fahren könnte. Fahre also wieder in die Richtung zurück, aus der ich kam. Im Geiste sehe ich mich im Geschäft – im Obergeschoss – in Regalen stöbern. Da sind viele Dinge, die schön, aber nicht unbedingt praktisch oder notwendig sind. Da überlege ich es mir anders und sage mir: „Ach Quatsch, der Tank ist bereits halb leer und es kostet nur unnötig Geld.“ Somit mache ich mich wieder auf den Heimweg.
Am Straßenrand nahe der Parkbucht von vorhin begegnet mir eine sehr alte Frau. Sie hat kinnlange, dunkelgraue und glatte Haare. Einige Zähne fehlen ihr. Sie steht mit ihrem Fahrrad da. Am Lenker hängt eine alte braune Kunstledertasche. Die Tasche ist derart prall gefüllt, dass der Reißverschluss offen steht. Ich rede mit ihr darüber, wem wohl die Urkunde dort im Grünen gehören mag. In dieser Parkbucht dann ist eine ganz besondere Stimmung spürbar, wozu eine Art diffuses Licht beiträgt. Ich fühle mich wohl und aufgehoben – irgendwie geschützt und sicher. Nur ein kleiner Weg führt hier her. Um den Namen auf der Urkunde besser lesen zu können, beuge ich mich etwas vor – gehe aber nicht ganz zur Urkunde. Im ersten Moment denke ich, dass der Name von „Agathe L…“ draufsteht. Aber nein, es ist ein anderer Name, den ich nicht lesen kann. Ich erkenne nur die beiden Anfangsbuchstaben:
A……. L……..
Der Name ist mir nicht bekannt.
Ich rede noch ein wenig mit der alten Frau und mache mich weiter auf den Heimweg. Außer der alten Frau begegnet mir niemand. Es ist Abenddämmerung… – es ist gut so.