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Nun… es gibt da ein Problem

Traum vom 9. Juni 2009

Mike und ich sitzen – einige hundert Kilometer von Frankfurt entfernt – in einem Restaurant. Wir wollen frühstücken und haben schon einen Blick in den schwarz glänzenden Aufsteller geworfen, der auf dem Tisch bereit stand. Exzellente Farbbilder von den Speisen, Frühstück in mindestens zwölf Varianten; eines leckerer und vielversprechender als das andere – kurz und gut: die Entscheidung fällt uns schwer.

Der Chef de Rang tritt an unseren Tisch, um die Bestellung aufzunehmen. Mit verbindlichem und verschmitztem Lächeln, leicht spöttisch hochgezogenen Augenbrauen und angedeutetem Diener stellt er sich links neben mir hin, um mit uns einen Blick in die Frühstückskarte zu werfen. Ein ordentlich gefaltetes Kellnertuch hängt über dem frisch abgebürsteten Jackenärmel. Er fragt etwas vornehm: „Sind Sie mit dem Angebot zufrieden?“ Mit breitem Lächeln deute ich an: „Nun… es gibt da ein Problem… Wir sind mit dem Angebot nicht so ganz zufrieden.“

Ein junger Commis de Rang stellt sich dazu. Im Gegensatz zum Chef de Rang, der nach wie vor freundlich und entgegenkommend lächelt und offenkundig über ausreichend Menschenkenntnis verfügt, mich auch zwischen den Zeilen zu verstehen, wirkt der Commis so, als nähme er meine Worte für bare Münze. Sein Blick drückt etwas Verachtung aus; er hält uns für Menschen mit überzogenen Ansprüchen. Mir macht es gerade Spaß, mein Lob in spaßige Kritik zu verpacken. Der Chef kapiert das, weiß aber – so mein Eindruck – noch nicht ganz genau, worauf ich hinaus will. Der Commis wendet sich abrupt ab – man spürt genau, wie er sich innerlich über uns aufregt.

Nur wenig später kehrt er zurück. Er trägt eine unauffällige Konstruktion, an der eine kleine Tafel befestigt ist, die genau über seinem Kopf baumelt, damit es sofort ins Auge fällt. Darauf steht: Verstehen Sie…? Aha, damit will er unser blödsinnig rätselhaftes Auftreten spiegeln. Dann dreht er sich und wendet uns den Rücken zu. Am Rücken trägt er eine große Tafel die den Satz über seinem Kopf vervollständigt: … wie viel Zeit und Aufwand es kostet, ein Glas Wasser zu erhitzen?

Unter der Frage ein plakatives Bild von zwei sechseckigen Wassergläsern, die mit dampfend heißem Wasser gefüllt sind. Eine sehr schöne, gelungene Aufnahme mit diesen feinen Dampffähnchen vor dem freundlich hellen Hintergrund. Keine Frage, das ist mir klar, wie aufwändig das ist! Aber ja! Erfreut, entsprechende Erfahrungen gemacht zu haben, die mein tiefes Verständnis für sein Anliegen hervorrufen, antworte ich belebt: „Oh ja, das weiß ich! Ich selbst war einige Jahre in der Gastronomie tätig und konnte dies erfahren.“ Es ist an der Zeit, unser Anliegen aufzuklären. Vielleicht kann uns der Chef noch einige weiterführende Infos geben, die uns bei der Entscheidung helfen können.

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