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Möchten Sie zahlen?

Traum vom 8. Juni 2009

Als ich zu mir komme, halte ich mich in den Räumen eines ebenerdigen Landhauses auf, um einen Termin bei einer Therapeutin wahrzunehmen. Jedenfalls hat die Situation etwas ganz selbstverständliches und keine von uns beiden wundert sich darüber. Also wohl alles nach Plan.

Soeben beginnt unsere gemeinsame Arbeit. Der Getreidekaffee, der vor mir auf dem Esstisch steht, hat die ideale Trinktemperatur, so dass ich versuchen werde, zwischendurch immer wieder einen Schluck davon zu nehmen. Mit dem Kaffeebecher in der Hand stehe ich auf und gehe ein paar Schritte auf die Therapeutin zu. Sie fragt, während sie etwas aus einer Nische nimmt, ob ich zahlen wolle. Ich verstehe nicht so recht… Sie erklärt mit eindrücklicher Stimme, so als müsse ich doch verstehen: „Es ist ein Spiel.“ Eigentlich wollte sie mir einen Anteil Geld geben, damit ich ihr immer wieder davon zahlen kann. Sie sucht und kramt… und sagt schließlich: „Ich habe kein Geld da.“ Ich schaue abwartend und sie erklärt erneut: „Nur ein Spiel.“ Ah, verstehe! Normalerweise bekommt man von ihr Geld, das man im Verlauf der Stunden an sie auszahlen kann. „Lassen wir es heute sein“ entscheidet sie. Ich verstehe den Sinn nicht so ganz…. Was hat sie davon, wenn es eh ihr eigenes Geld ist, das ich an sie zurückzahle? Oder: Was habe ich davon? Es gibt ja keinen Lerneffekt, wenn es nicht aus meiner eigenen Tasche kommt, oder?

Meine Überlegungen werden von ihr unterbrochen. Sie fordert mich auf, mit der ersten Aufgabe zu beginnen. Unzählige Stecknadeln – ähnlich großen Ohrsteckern – habe ich ihr ins Gesicht zu stecken. Sie selbst steckt sich auch einige in Wangen oder Nasenflügel. Oje, ich bin so ungeschickt! Habe Angst sie zu verletzen oder ihr Schmerzen zuzufügen. Außerdem landen die Nadeln beliebig und unregelmässig verteilt in ihrem Gesicht. Jedes Mal kostet es Überwindung, die Nadel in das Fleisch zu treiben. Ich fühle mich inzwischen total verkrampft, so dass ich selbst schon Schmerzen spüre. Mit jeder weiteren Nadel wird es schlimmer für mich. Die Therapeutin tadelt streng: „Nun stellen Sie sich doch nicht so zimperlich an!!“ „Ich kann nicht mehr“ bricht es aus mir heraus. Erneut fragt sie: „Möchten Sie zahlen? Es ist nur ein Spiel.“ Eigentlich sind noch weitere Übungseinheiten geplant und ich bedauere, dass es nicht so weit kommt. Ich hätte gerne noch andere Erfahrungen gemacht. Doch diese Situation ist derart unerträglich, dass ich abbrechen muss.

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