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Linkes Auge offen

Traum vom 25. Januar 2011

Noch ist alles im Werden. Das bedeutet, ich kann mich nur unzureichend vorbereiten. Nun eine Sache, die mir arg zusetzt, als ich mir ins Gesicht sehe und erkenne, wie augenfällig das alles ist. Ja, ich kann kaum verstehen, warum die Menschen bei meinem Anblick keine Abscheu empfinden. Denn, so muss ich zugeben, ich sehe schrecklich aus. Anstelle meines richtigen Auges, das wohl noch in Arbeit ist, trage ich ein Provisorium: ein Button aus dunkelgrauem Kunststoff (4 Zentimeter Durchmesser) ist mittels seinem integrierten Messingstift in den Augapfel eingesetzt; der Stift wird in die Pupille gesteckt. Bis jetzt dachte ich, das sei ganz okay, aber der Anblick ist wirklich sehr ungewöhnlich und… hässlich. So kann ich nicht unter Menschen gehen und beschließe: das Augenprovisorium muss raus, auch wenn mir dann Wesentliches fehlt. Es erfordert etwas Mut, denn ich habe keinen Spiegel um den Vorgang des Entfernens zu kontrollieren. Und der spitze Stift stellt eine gewisse Gefahr dar. Mit viel Fingerspitzengefühl gelingt es, das Ding aus dem Auge zu ziehen. Das Auge ist jetzt – so ungeschützt und offen – sehr empfindlich.

Als ich in den Bus steige, um mir die Notenblätter zu holen, trommelt ein heftiger Regenguss so laut, dass mich die Mitarbeiterinnen missbilligend ansehen, da sie überhaupt nicht verstehen, warum ich so laut Musik mache. Ich winde mich durch die fallenden Laute und die Frauen erkennen doch noch, dass der Lärm nicht in meiner Absicht liegt. Auch werde ich nicht lange stören! Oh, und das offene Auge… ich fühle mich so ungeschickt!

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