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Schwarze Wolken – weiße Robben

Traum vom 29. Januar 2011

Mühlheimer Loft. Ich blicke hinaus aus den großen Fenstern. Goldene Abenddämmerung. Seit Minuten starre ich gebannt auf die kleinen pechschwarzen Wolken am Himmel. Immer noch mehr ziehen heran. Sie sind klein, verdunkeln das Leuchten nicht. Doch sie bewegen sich kaum von der Stelle. Wären es natürlich entstandene Wolken, so zögen sie doch, wenn auch langsam, weiter? Ungut. Das sieht nach einer krankhaften Veränderung von Hautzellen aus? Noch suche ich angenehmere Erklärungen: vielleicht Rauch aus den beiden Schornsteinen dort in der Ferne? Vielleicht ist es die tiefstehende Sonne und ich sehe die Schattenseite der Wolken? Aber wie lange ich auch schaue – meine Augen beginnen zu brennen – ich kann es nicht aufklären.

Kurze Zeit später kehre ich an die großen Fenster zurück. Mike steht dort und ich will ihn gerade auf die schwarzen Wolken ansprechen, als ich bemerke: vor den beiden Fenstern, aus denen ich vorhin schaute, sind die Rollos herunter. „Nanu, die Rollos sind unten?“ frage ich ihn erstaunt. „Ja, ich habe schwarze Wolken gesehen und gleich die Rollos heruntergelassen, damit ich sie nicht sehen muss.“ Das genügt mir nicht. Ich ziehe ihn mit, hinüber zu den beiden freien Fenstern. Wir müssen das ansehen! Vielleicht finden wir eine Erklärung! Tatsächlich, die schwarzen Wolken sind immer noch da; ohne nennenswerte Bewegung zu zeigen. Wir überlegen … ohne Ergebnis.

Später, ich bin wieder allein. Blick aus den Fenstern der ersten Etage; 180° weiter. Unten eine schmale Altstadtgasse. Ein Lädchen; davor ein rundes Tischchen mit Stuhl aus schnörkeligem Gußeisen. Eine Frau sitzt dort, fast wie vergessen, mit einem Kind. Etwas besorgt ihre Ausstrahlung. Ja, auch hier sind die schwarzen Wolken zu sehen. Ich schaue und schaue, um ihren Ursprung zu ergründen. Sie sind sternenförmig oder ähneln, von der Form her, Eiskristallen. Nun erhellen sie sich wie von unten und ich bin baff: es sind weiße Robben, die sich sternenförmig formiert haben! Plötzlich erkenne ich: der ganze Himmel ist voller dieser weißer Robben in Sternform. Das ist eine Aktion! Ein Geschenk des Himmels für die Kinder unserer Stadt! Da werden die Robben losgelassen und segeln gleichzeitig zu Boden – überall. Ich renne die Treppen hinab, in der Hoffnung, eine Robbe für Moina ergattern zu können. Ich kann mein Glück kaum fassen: eine Robbe konnte ich nehmen, ohne sie jemandem wegzunehmen. Niemand griff danach. Ich drücke das Plüschtier an mich – wie warm, gut duftend und weich! Mein Herz macht Hüpfer vor Freude. Da liegt sogar noch eine vom Himmel gefallene, sechseckige Turnmatte mit dunkelblauem Überzug – das wäre was für die turnbegeisterte Moina. Doch als ich sie nehmen will, sagt die Mutter vor dem Lädchen, die Matte sei ihre. Beschämt lasse ich los – natürlich, ich selbst hatte das ja vorhin schon vom Fenster aus gesehen.