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Drei Männer im Pissoir

Traum vom 31. Januar 2011

Feierabend – uff! Ich betrete einen Saal. Vor der großen Bühne drei Stuhlreihen, teils mit Zuschauern besetzt. Ein freier Platz findet sich rasch. Ich setze mich neben den alten Mann, der mir aus längst vergangener Zeit her bekannt vorkommt. Inzwischen beginnt das Bühnenstück: drei raubeinige Kerle stürmen das riesige, urig ausgestattete Pissoir. Die Holzdielen knarren unter ihren schweren Stiefeln. Na, das ist ja ein ungewöhnliches Bühnenbild. Da darf man gespannt sein. Kaum packt einer der Kerle zum Pinkeln aus, da greift sich der Alte (etwa 80 J.) neben mir in die Hose und holt einen Schwengel von beachtlicher Größe heraus. Ein kurzer Überraschungsmoment, denn ich hatte nicht erwartet, dass er so heftig auf pinkelnde Männer abfährt. Vielleicht irre ich mich auch und hinsehen will ich nicht noch einmal, um ihn ungestört machen zu lassen, falls. Er reibt heftig, zittert am ganzen Körper und ich lehne meinen Kopf nun derart an seinen Oberarm, dass er in dem kuscheligen Pullover versinkt, wobei mein Blick von der Bühne abgewandt ist. Da ist nur noch Wärme, der angenehme Geruch des Pullovers, ein Eintauchen in warme Gefühle. Bald tastet er nach meiner Hand und führt sie bebend zum Schaftansatz – warm, fest, feucht ist es dort. Das Zittern wird von einem anhaltenden Zucken abgelöst und in meiner Hand breitet sich fließende Wärme aus. Ich fühle mich herrlich versunken. Das alles geschieht im Schutz einer Wolldecke, die ich über meinen Schoß gelegt hatte. Dann richtet er rasch seine Kleider und geht.

Kurz darauf erscheint eine Frau, die für diese Veranstaltung verantwortlich ist und bemerkt den Fleck auf dem verlassenen Stuhl. Ärgerlich ruft sie aus: „Da hat schon wieder einer!“ Sie beschließt, dass fortan ein Platz zwischen den Männern frei bleiben soll, damit sie nicht, von einem Sitznachbarn vor Blicken geschützt, immer wieder ihrem Drang nachgeben. Die Reinigung der Stühle bedeutet einigen Zeit- und Kostenaufwand, der ja nicht eingeplant ist. Mir ist es peinlich und ich hoffe, niemand merkt, dass ich meine Finger im Spiel hatte. Unauffällig ziehe ich mir die Decke über Schoß und Hände zurecht.

Eine Viertelstunde später wechseln wir die Plätze – die Blickrichtung ist entgegen der vorherigen. Das, was ich sehe … ich bin nicht sicher: ist es ein Film oder reales Geschehen? Auf alle Fälle eine perfekt ausgeführte Illusion. Eine halb offene Tür, in der einer der Rauhbeinigen zu sehen ist. Eine Bardame hat ihn am Hosenbund gepackt und fädelt mit geschickten Griffen einen Ledergürtel durch die Gürtelschlaufen. Man meint, sie hilft beim Anziehen. Dabei sieht es viel mehr danach aus, als lege sie ihn gerade übers Knie. Ein nach hinten gehobenes Bein des Mannes ragt durch den Türspalt in den Zuschauerraum. Zumindest entsteht dieser Eindruck, wodurch alles so plastisch und realistisch wirkt, als fände das Ereignis tatsächlich hier statt. Doch es ist nur ein Film.

Die Organisatorin kommt hinzu. Sie ist immer noch aufgebracht und macht sich Gedanken, wie sie die zunehmende Wichserei während der Vorstellungen verhindern kann. Jaja, all die Flecken auf den Polstern … Deswegen ziehe ich die Wolldecke ruhig noch einmal zurecht, so dass meine Hände darunter verborgen sind. Und vor allem der zähe frische Fleck zwischen meinen Schenkeln, den die Person, die vor mir hier saß, zurückgelassen hat. Mein Blick ging mehrfach hin, denn die Form des Fleckes erinnert auf irritierende Weise an ein Herz. Auf keinen Fall soll auffliegen, dass ich nicht ganz unschuldig daran bin.

Eine Antwort zu Drei Männer im Pissoir

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