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Entstelltes Gesicht

Traum vom 5. Februar 2011

Frau vom Hügel

Ankunft in einem kleinen Städchen, das oben auf einem eiförmigen Hügel siedelt. Auch mein kleines Feriendomizil liegt hier oben. Ich war bereits den steilen Zuweg entlang hinauf zum kleinen Parkplatz gegangen, um einen Blick auf die Ferienhäuser zu werfen. Doch Thommy kam hinzu, fährt etwas wild mit seinem Auto, setzt rasant den Weg hinab zur Straße. Ich lache und sorge mich zugleich – dann braust Thommy davon. Er wird später zurückkehren. Von der Straße führt ein Weg zum Strand. Nur hundert Meter entfernt liegt eine kleine Badebucht – ich riskiere einen kurzen Blick und gehe zurück zum Parkplatz. Dort ist ein weiterer Feriengast eingetroffen. Sie könnte, ihrer Ausstrahlung nach, Lisbeth heißen. Doch sie ist mir noch fremd. Ich begrüße sie mit einem freudigen: „Es ist so schön hier!“ Sie schaut mich ungerührt und schweigend an, eine ganze Weile. Dann meint sie trocken: „Woher wollen Sie wissen, dass es hier schön ist?“ Erst jetzt, wo sie voll tiefem Ernst diese Frage stellt, wird mir klar, was mich in den letzten Augenblicken irritierte und es erklärt, warum sie diese Frage stellt: Das Gesicht der Frau ist entstellt. Dort, wo das rechte Auge wäre, fehlen  Augenhöhle und Augapfel – das ganze Gewebe ist verrutscht. Sie ist blind.  Ja, deshalb hat sie recht: woher will ich wissen, dass es hier schön ist, wenn ich doch gar nicht sehen kann. Ja … doch fällt mir ein: „Aber ich sah dort unten an der Straße einen Pfad zum kleinen Strand. Ich schaute den Weg entlang und erhaschte einen Blick auf Sand und Wellen. Das war wirklich schön!“

Traumpfad: Tag 2 von …