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Marathonlauf mit Auswertung

Traum vom 1. Juni 2009

Ein Marathonlauf liegt fast hinter uns. Uns, das heißt: die 86jährige Rieke und ich laufen die Strecke zusammen. Nun, am Ende, ist noch eine Erhöhung zu überwinden. Sie ist etwa ein Meter fünfzig hoch. Die Seitenwände sind sehr glatt und bietet zuwenig Halt, um von hier hinauf zu klettern. Allerdings kann man ein Bein hinauf schwingen, und stellt dann fest, dass die Oberfläche aus einem weichen nachgiebigen Material gestaltet ist, dass einer hügelige grünen Landschaft nachempfunden ist. Hat man den Fuß erst einmal dort oben, so kann er sich in das Material krallen, was genügend Halt gibt, um den restlichen Körper darüber hinweg zu hieven. Rieke erkennt das allerdings nicht und so dauert es kostbare Zeit, bis ich ihr erklärt habe, was sie machen muss.

Dann endlich im Zieleinlauf. Dort stehen zwei Herren und verteilen die Auswertungsbögen. Zuvor gibt es aber eine Untersuchung, denn es wird nicht nur die Zeit, die man gelaufen ist, eingetragen, sondern auch noch andere Werte, als da wären: Gewicht, Zustand der Muskulatur, Werte der Körpersäfte. Ebenso wird der Gesichtsausdruck überprüft. Schlußendlich klopft einer der Herren mit dem Zeigefinger gegen meine Bauchdecke, so als klopfe er an eine Tür. Ich spanne die Bauchmuskulatur an – guten Eindruck machen! Tatsächlich spüre ich einen ausgeprägten Waschbrettbauch. Die Männer witzeln auf französisch darüber, ohne dass ich ein Wort davon verstehen könnte. Ich verstehe es so, dass sie es lächerlich finden, wenn eine Frau einen Waschbrettbauch hat. Kaum zu glauben… – nur weil ich eine Frau bin??

Dann endlich bekomme ich die Auswertung ausgehändigt. Das Papier ist wie frisch aus dem Papierstapel gezogen – einwandfrei, knitterfrei, akkurat, gestochen scharf bedruckt. Die Werte haben fast alle mit der Zahl 2 zu tun. Entweder sind es zweistellige Zahlen, oder sie haben zwei Stellen hinter dem Komma, viele Werte sind im Zwanziger-Bereich angesiedelt. Gelaufen bin ich die Strecke in etwa 22 Stunden; das entspricht 22 km, und habe somit nur die halbe Strecke geschafft, obwohl ich die ganze Strecke gelaufen bin. Das ist sehr ärgerlich! Hätte ich doch nicht auf Rieke gewartet, die wegen ihres Alters natürlich langsamer ist. Dann hätte ich mit einer deutlich besseren Zeit abgeschnitten. Das Blödeste an allem ist, dass die nächste Laufveranstaltung erst in einem Jahr stattfindet. Das heißt also, ich bin bis dahin mit diesem Auswertungsbogen gesegnet, der natürlich Zahlen anzeigt, die weit unter meiner tatsächlich erbrachten Leistung liegen. In meinem Bauch ein akzeptierendes Murren..

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