Abserviert

Traum vom 15. Februar 2011

Der erste Tag am neuen Arbeitsplatz. Zwei unbekannte Personen und ich pirschen in geduckter Haltung durch weitläufige Aufenthalts- und Umkleideräume. Eigentlich ist geplant, dass unsere neue Chefin, die Urwaldforscherin, mit uns einen Rundgang zur ersten Orientierung mit uns macht., aber wir sind viel zu neugierig, um darauf zu warten. Als wir aus den halbdunklen Räumen hinaus auf den Korridor kommen, treffen wir sie. Sie fragt mit strengem Nachdruck: „Was habt ihr gesehen?“ Na klar, ich habe da was gesehen, aber ich will mit der Sache nicht raus und druckse beschämt herum. Obwohl die Chefin Wert darauf legt, dass wir aufmerksam genug sind, das Verborgene zu sehen, will ich nicht zugeben, es gesehen zu haben. Das innere Widerstreben verschlägt mir die Sprache.

Mit kraftvollem und erstaunlich geschmeidigem Schwung springt die Chefin auf und über den Tresen, der den Saal vom Korridor trennt. Nur am Rande bemerke ich – ohne dass ich mich darüber wunderte – dass ihr Körper dem Neytiris ähnelt. Allerdings ist der Körper der Chefin in urwaldgrünen Farben bemalt; Kopf und Frisur ihrer blonden Haare sind eindeutig menschlich.

Der Saal ist voller alter Menschen. Nun ist es an der Zeit, das Kaffeegeschirr von den Tischen hinüber auf den Servierwagen zu räumen. Die Chefin will sehen, was ich noch kann. Schiebt mir ein rundes Silbertablett mit vielen benutzen Kaffeetassen zu. Mit geübtem Griff packe ich das Tablett, bringe es mit einem Schwung zum Servierwagen, ohne dass auch nur eine Tasse ins Rutschen käme.
Das ist mal klar: an s o l c h e n Dingen scheitert es nicht!

Dafür dann an anderen.