Tastenspiel

Traum vom 17. Februar 2011



Seit Stunden sitze ich am PC und schreibe. Der PC ist ein wuchtiges Teil ähnlich einem Klavier. Tatsächlich lässt die Tastatur an eine Schreibmaschine aus den Sechzigern denken. Oben auf dem Klavier liegt ein Stapel lose gefalteter Wolldecken – unter anderem auch jene, die im Bild „Versuch der Befreiung“ zu sehen ist, doch das bemerke ich nicht. Dieser Wolldeckenstapel bietet sowohl Sichtschutz als auch angenehme Dämpfung der Klänge; das nur am Rande bemerkt. Ich bin voll auf das Tastenspiel konzentriert. Faszinierend: während ich schreibe, entsteht eine Melodie; ein Fahrtenlied, das ich aus der Kindheit kenne. Ich probiere es ein zweites Mal zu spielen. Obwohl ich nicht die richtigen Tasten treffe, erklingt erneut das Lied, ohne dass meine Fehlgriffe hörbar würden. Es reichen ein paar Anschläge, dann geht es – hat man das Lied einmal korrekt gespielt – automatisch weiter. Das verstört mich und weckt vor allem inneren Widerstand. Denn: der Lerneffekt ist so ja viel zu gering und vielleicht will ich gar nicht die althergebrachten Melodien spielen? Vielleicht soll es sogar zu hören sein, wenn ich daneben greife? Vielleicht will ich mal schräge Töne? Ja, Wiederkäuen ist nur Üben, danach will dann aber auch das Eigene heraus. Das, was an Eigenwilligem aus dem Gelernten entstehen will. Während sich in mir alles gegen den Automatismus zu sträuben beginnt, bemerke ich auf dem edelschwarzen Touchscreen ein paar Icons. Wie Wasserzeichen, die ich bisher übersah: Zwei sich überschneidenden Schallplatten. Eine Berührung und man wechselt in die Einstellungen. Erst jetzt erkenne ich, dass ich die ganze Zeit im Betriebssystem Android spielte. Na, da habe ich einige Möglichkeiten verschenkt! Unter Android steht ja nur ein Teil der Funktionen und ein Teil der Sichtweise zur Verfügung. Ein Klick auf das Icon mit den zwei Smartphone-Symbolen – das Zeichen für Synchronisation – wechselt in den Windows-Modus mit vollem Umfang. Na, mal sehen. Schließlich hatte ich während der letzten Tage Probleme online zu gehen. Vielleicht hat sich das nun erledigt?! Und – ich bin ja gar nicht so sicher, zumindest will ich es nicht so recht begreifen: Das Bild meines Esels, der geduldig die Wolldecken auf seinem Rücken trägt und sich abwartend zu mir umschaut?

Traumpfade:


4 Antworten zu Tastenspiel

  1. Grandioses Szenario.
    Und immer diese unsubtilen Botschaften!

    Musste gerade sehr lachen, bei der Vorstellung Blogeinträge an einem Klavier zu schreiben. Grandios. Das kommt alles noch, Buchstabensinfonie.

  2. ((Der Esel ist eine Frechheit meiner Traumkraft!))

    “Buchstabensinfonie” wäre ein schöner Titel für diesen Traum gewesen. Aber, wie Sie sagen, das kommt alles noch. Die Übung macht die Masters.
    Sie haben Ihr Notenbuch ja schon vor langer Zeit aufgeschlagen, und sind somit die Vorreiterin (nein, nicht auf einem Esel). Und was für schöne Decken unter Ihrem Notenbook liegen.

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