Herzschrift

Traum vom 18. Februar 2011


Ich lasse verlasse die Trainingshalle. Kurz vor der Schwelle – vom Murmeln der Mitarbeiter aufmerksam geworden – blicke ich noch einmal zurück. Einer von denen fragt neugierig: „Warum brechen Sie das Training ab?“ Verständnislos schaut er mich an. Seine direkte Frage verblüfft, ein breites Grinsen legt sich in mein Gesicht und ich halte kurz seinem Blick stand. Da bleibt mir doch die Spucke weg! Liebe Leute, eine so direkte Frage ist ja ganz schön dreist. Ich gehe hinaus, ohne eine Antwort gegeben zu haben.

An der nächsten Einmündung eine lange Häuserzeile, auf deren Fassaden eine Projektion meiner Gedanken gezeichnet wird. Rote Laserstrahlen erzeugen eine Kurve ähnlich der Aufzeichnung eines EKG. Sobald ich nur „Training“ denke, dehnt sich das Licht zu einem roten Punkt aus – meist beim positiven Ausschlag – und wird in einem der Fenster positioniert. Nee Leute, ich lasse mich doch nicht überwachen! Um den Trainingsgedanken aus meinem Hirn zu kriegen, spreche ich innerlich ein Wort ohne Unterlass. Es ist so unauffällig und langweilig, dass ich es mir nicht mal merken kann. Wie ein Mantra, so überlege ich etwas betreten. Es ist anstrengend und es geht nur, wen man nicht daran denkt, nicht daran zu denken, sondern indem man einfach was anderes denkt. Meine Gesichtszüge fühlen sich angestrengt an. Aber es lohnt sich. Seitdem ich das Mantra spreche, entsteht zwar weiterhin die Linie, aber es gibt keinen einzigen Punkt mehr, der mir zeigte, dass ich eben doch … Eine ganz normale Herzspannungskurve lässt die Leuchtkraft des roten Lichts verblassen. Etwas beruhigter setze ich meinen Weg fort.

Traumpfad: Gestern gab es Post vom ehemaligen Fitnessstudio meines Vertrauens … EKG gab es kürzlich auch.