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Selbstmitleid und Broccoli

Traum vom 26. Mai 2009 - Narbonne-Plage -

Der Küche grenzt ein kleiner Gemüsemarkt an. Ich werde gleich das Mittagessen bereiten; in erster LInie eine Mahlzeit für die Älteren. Als Beilage soll es Gemüse geben – Broccoli! Drei Stücke liegen noch in der Gemüsekiste. Da ich zwei davon brauche, habe ich Hemmungen, diese zu nehmen, weil dann nur noch ein einziger für den weiteren Verkauf bleibt. Es ist bestimmt unerwünscht, wenn ich das Angebot spürbar verringere. Nein, das geht nicht. Erneuter Anlauf. Es muss Gemüse als Beilage geben. Nochmals nehme ich die beiden Broccoli aus der Kiste. Das stundenlange Lagern hat sie ziemlich weich werden lassen. Jetzt lassen sie sich sicher nicht mehr so gut verkaufen. Das heißt, ich kann sie nehmen, ohne Tadel zu befürchten. In einer Wohnung, die von den Älteren, die gerade eine Unternehmung machen, bewohnt wird. Ich stehe vor einer Reihe von Fenstern und versetze einige Scheibengardinenstängelchen aus weißem Plastik weiter nach oben. Mit einem Male kommt mir der Gedanke, von der Älteren all die Jahre ausgenutzt worden zu sein, indem sie vorgab, etwas Wichtiges erledigen zu müssen, sobald es Zeit zum Kochen war. So habe ich dann meist das Kochen übernommen. Keine Ahnung, wie und warum mir das plötzlich in den Sinn kommt. Nun quält mich schmerzliches Selbstmitleid und im Hals drückt ein unangenehmer Kloß. Bald kehren die Älteren zurück. Der Ältere nähert sich mir ganz mütterlich und meint wohlwollend: „Pass gut auf, dass Du nicht zu viel machst!“ Bei seinen Worten bricht der Damm und erleichternde Tränen rollen heiß über meine Wangen. Ich schäme mich dafür, halte sie für eine übertriebene Reaktion. Hastig wische ich sie mit dem Handrücken fort, damit der Ältere sie nicht bemerkt.

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