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Sonderbare Tiere am Strand von Narbonne-Plage

Traum vom 21. Mai 2009

Große Pause. Die Teilnehmer eines Seminars strömen aus dem altehrwürdigen Gebäude, nehmen auf dem Platz davor auf Stufen oder ähnlichem Platz. Die genaue Erinnerung an die Zeit bis hierher fehlt, kann vom Thema her wie folgt beschrieben werden: mit dem, was ich bisher sagte und tat, konnte ich bei den anderen nicht landen. Unzählige missglückte Aktionen hinterlassen ein gequältes Gefühl in mir, so dass ich bald schweige und mich der Mehrheit anzupassen suche.

Einige der Teilnehmer und ich machen uns dann zu Fuß auf den Weg ans Meer. Wir erreichen den ansonsten menschenleeren Strand von Narbonne-Plage, setzen uns mit dem Rücken zum Strand auf einem befestigten Weg – etwa fünfzig Meter vom Wasser entfernt. Angenehme Abendstimmung.

Irgendwann bemerke ich Grashalme in meiner linken Hand, will sie beiläufig fort wischen, doch das gelingt nicht. Jetzt schaue ich bewusster hin: einige Grashalme sind durch die Haut gezogen. Und zwar genau unter eine Schwiele hindurch, die sich durch das Kieser-Training in der Handfläche, direkt unter dem Mittelfinger ausgebildet hat. Der Versuch, die Grashalme herauszuziehen, scheitert. Sie sitzen fest wie Splitter in der Haut. So ziehe ich kräftiger, was ein äußerst unangenehmes Gefühl auslöst, ohne jedoch an den erwarteten Schmerz heranzureichen. Warum sitzt das Gras nur so fest? Inzwischen habe ich alle Gräser abgerissen. Nur einige Fetzen schauen aus der Haut heraus. Nun ist auch der Verursacher frei gelegt: ein grasgrüner Salamander, noch ganz jung und zart, etwa einen Zentimeter groß, sitzt auf der Schwiele. Ganz klar, er hat sich samt den Grashalmen durch meine Haut gebohrt. Diese Vorstellung löst einen plötzlichen Ekel aus, der mich das Tier mit einer heftigen Bewegung von der Hand schlagen lässt. Das Tierchen ist doch fort, oder?

Ich entferne weitere Grasstückchen. Da! Ich traue meinen Augen kaum, so unglaublich erscheint mir das, was ich sehe: Ein winziges grasgrünes Fröschlein, etwa ein Zentimeter groß, hüpft auf die betroffene Schwiele. Springt aber, vielleicht durch den Ruck des Erschreckens bewegt, sogleich weiter. Das ging so schnell, dass ich glauben könnte, alles sei nur Einbildung. Mir setzt das alles heftig zu, ich bin innerlich zutiefst beunruhigt und fühle mich etwas gemartert. Irgend etwas geschieht hinter meinem Rücken – ich spüre es, drehe mich um. Da, tatsächlich! Da hat doch tatsächlich der Künstler (wer auch immer, aber gewiss jemand, der in engem Zusammenhang mit dem Seminar zu stehen scheint) zehn Möwen an den Himmel gestellt. Es sind ausgestopfte Möwen mit schwarzen Fellflügeln. Wie eine Momentaufnahme stehen sie am Himmel. Na, das ist doch sofort zu erkennen, dass das kein echter Vogelschwarm ist!

Ich mache die anderen darauf aufmerksam: „Schaut mal, da hat er falsche Möwen an den Himmel gestellt!“ Noch ehe die anderen schauen können, kommen zwei Vogelschwärme – einer aus dem unteren Blickfeld, einer von oben rechts – hinzu geflogen, haben sich im nächsten Augenblick bereits mit den falschen Fellmöwen vermischt. Durch die Bewegungen der echten Vögel lässt sich das Unbewegte der falschen Möwen gar nicht mehr erkennen. So glauben mir die anderen Menschen an meiner Seite nicht. Sie sagen: „Nö, das sieht man doch: das sind echte Vögel.“ Ich stehe auf, fühle mich gequält, wie in der Schraubzwinge… Es drängt mich… es gibt jetzt nur einen Weg für mich: ich muss dringend an den Ort des Lernens zurück!!

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