Home » Traumtagebuch » Druntersuchung

Druntersuchung

Traum vom 20. Mai 2009

Ringsumher weder Wände, Fenster, Türen, Begrenzungen, Mobiliar, Menschen. Nur direkt vor mir ein sanft geschwungener Tresen mit einigen Barstühlen davor. Ich knie auf einem davon, den Oberkörper nach vorn über den Tresen gelegt, mit den Armen abgestützt, beuge ich mich weit über den Tresen, um das Geschehen dahinter zu beobachten. Hinter dem Tresen ist niemand, und es geschieht auch nichts, was zu beschreiben wäre. Trotzdem bin ich mit meiner ganzen Aufmerksamkeit dort, und so dauert es eine ganze Weile, bis ich bemerke…

Rechts von mir stehen ein junger Mann und seine Partnerin. Ich hörte seine Stimme, spürte auch etwas an meiner rechten Seite, aber es war so unaufdringlich, dass es mir erst jetzt bewusst wird. Ja, der junge Mann hat inzwischen meinen Unterleib entblättert. Mein Rock ist glatt nach oben geschlagen, ebenso Unterhemd, Shirt und Bluse. Wie von außen kann ich mich sehen. Meine cremeweißen halterlosen Strümpfe mit hübscher Spitzenkante sitzen so glatt und akkurat – ebenso faltenfrei und anliegend wie zuvor auch meine Unterwäsche – dass an Erotik kaum zu denken ist. Es spielt auch keine Rolle, denn der Mann, der mich entblättert, macht sich lustig über das, was er dort sieht. Dies auf eine völlig humorlose Weise, mit ernstem Gesichtsausdruck unterstrichen. Mehrmals streichen seine Finger über die Spitze der Strümpfe, während er der Partnerin seine Eindrücke schildert. Seine Partnerin schaut still zu.

Ganz schön dreist, was der Typ da macht! Mit einer Hand schlage ich seine Grabbelfinger fort, richte mich empört auf, um ihm meine Meinung zu sagen. Der junge Mann und die Frau sind im Begriff, schnell zu entfleuchen. So nicht! Ich will wenigstens ein Wort haben! Laut rufe ich ihm nach: „Aber nachher schön die Hände…“ Eigentlich hatte ich sticheln wollen und sagen, dass er nachher die Hände unter der Bettdecke ruhig halten soll. Doch das war zu voreilig – peinlich! Es ist kaum davon auszugehen, dass ihn diese Betrachtungen und Berührungen angeregt haben, so kritisch und nörglerisch wie er sich zeigte. Wie unangenehm, dass ich den verräterischen Satz bereits begonnen habe, aber ein wenig ist ja dadurch zu retten, dass ich meine Gedanken nicht zu Ende bringe. So stammele ich ein paar nichtssagende Worte, um mich vor noch Peinlicherem zu bewahren.

Tags: