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Gogotänzer

Traum vom 19. Februar 2010

Der Saal ist voller Menschen im mittleren Alter. Zu beiden Seiten vor der Bühne – nahe den Lautsprecherboxen – steht je ein Gogotänzer. Die beiden Männer ähneln einander wie Zwillinge (ähnliches Aussehen wie Christian Anders) – blond, nackte, muskulöse Oberkörper, ihr aufgesetztes Lächeln zeigt die kräftigen und gleichmäßigen Zähne. Sie tanzen zu wummerndem Techno. Ich stehe in einer kleinen Küche, direkt neben der Bühne, sehe zwar nicht die Gäste, aber die beiden Tänzer ganz nah von der Seite. Sie blicken zwar in Richtung Publikum, jedoch ohne den Menschen wirklich in die Gesichter zu schauen. Ihnen macht es sichtlich Spaß, die Menschen zu unterhalten und sie gehen zweifelsohne davon aus, das ihnen ausschließlich Bewunderung zuteil wird. Jedenfalls machen ihre Gesichter diesen Eindruck. Sie sind noch jung, etwa zwanzig Jahre alt, und so sind sie vielleicht wirklich noch ahnungslos.

„Hey!“ rufe ich dem mir näheren Tänzer zu – so, dass es sonst niemand bemerkt – und winke ihn mit auffälligen Armbewegungen her. Als er in Hörweite ist, frage ich ihn: „Du denkst, alle bewundern Dich? Alle finden Deinen Body, die kraftvoll-männlichen Bewegungen toll? Schau mal den Einzelnen genau ins Gesicht…“ Etwas staunend betrachtet er, zum ersten Mal, einzelne Gesichter…
„Und“ frage ich „siehst Du den Neid? Siehst Du, wie lächerlich Dich manch einer findet? Siehst Du, das mancher Dich für überflüssig hält?“ Der Tänzer betrachtet einige Gäste genauer, schaut dann verblüfft zu mir und sagt: „ Ja, das stimmt! Woher weißt Du das?“ „ Das habe ich vom Leben erfahren“ antworte ich mit nüchterner Stimme. Augen offen halten, dann sieht man mehr. Doch genau das, die Augen offen zu halten, ist wohl etwas, das schnell wieder in Vergessenheit gerät. Der Tänzer scheint alles wieder vergessen zu haben, geht wieder ganz in seinem Auftritt auf.

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