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Merkwürdiges Wien

Traum vom 19. Mai 2009

Zum ersten Mal besuche ich diese kleine Stadt in der Schweiz: Noch stehe ich am Rand, die Konstruktion der Stadt betrachtend. Es ist ein wunderbares Ereignis, einen kurzen Urlaub in Wien zu verbringen, denn normalerweise macht sich kaum jemand auf den Weg, weil Wien so klein ist, dass es gar nicht erst lohnt. Mit einer Fläche von 3000 qm² lohnt sich kaum der Aufwand der Anreise. Deshalb erlebe ich es als ganz besonderes Geschenk, hier zu stehen – da will mir jemand eine Freude machen, das ist sicher. Bemerkenswert an Wien ist nicht nur die geringe Größe – die mich an das Gelände einer chemischen Anlage in Griesheim erinnert – sondern auch die Konstruktion, die durch Wien hindurch und darüber hinweg verlegt wurde. Wien liegt darin, wie in den Schienenwindungen einer großen Achterbahn.

Während ich die Abläufe in der Stadt beobachte, paaren sich Faszination und Beunruhigung… Wien hat einen Flughafen; dieser befindet sich im Nordosten der Konstruktion. Zu dieser Zeit startet jede Minute ein Passagierflugzeug. Lautlos und elegant steigt es dort in den klaren blauen Himmel auf, überfliegt die Konstruktion in Richtung Südwest – geräuschlos. Der Anblick vermittelt: Unbeschwertheit, Sorglosigkeit, alles in bester Ordnung! Doch im Anschluss an jedes Flugzeug starten jedes Mal zwei Zeppeline. Einer hat gerundete Enden, die Enden des zweiten Zeppelins laufen etwas spitz zu. Besonders auffällig finde ich aber die Farbgebung dieser Luftschiffe, denn diese lässt sofort an Feuerwanzen denken. Rot und Schwarz ist eine Farbkombination (Feuer und Vernichtung), die ich alarmierend finde…. Könnten diese Flugobjekte, die so harmlos ausschauen, nicht auch Bomben sein?!? Jedenfalls ist nicht zu erkennen, welche Funktion diese haben. Das Lautlose und Unauffällige finde ich bedrohlich, denn die Einwohner, die mit ihrem Alltag beschäftigt sind, bekommen womöglich nichts davon mit. Warum starten diese Dinger? Wohin? Welcher Auftrag? Sie folgen der Luftlinie der Passagierflugzeug, kreuzen also Wien. Okay, womöglich sind es Bomben, die nicht zwangsläufig gezündet werden, aber ich denke, sie sind scharf und somit jederzeit bereit, ihr Werk zu tun, wenn es eine zuständige Instanz für notwendig erachtet.

Feuerwehrfahrzeuge… Immer wieder starten eine Reihe von ihnen am höchsten Punkt der Achterbahnkonstruktion und sausen mit lautem Getöse in halsbrecherischem Tempo die Schiene entlang. Ich bin versucht, ein paar Schritte zurück zu tun, um im Falle einer Entgleisung nicht von ihnen erschlagen zu werden. Genau dieser ständig neue Einsatz der Feuerwehr vermittelt den Eindruck, dass Wien kein so ungefährliches Pflaster ist, wie die Stadt mit ihren harmlos leisen Flugkörpern demonstriert. Irgendetwas ist hier nicht in Ordnung.

Etwa hundert Meter weiter links stelle ich mich in den gläsernen Unterstand einer Bushaltestelle. Hier fährt der Bus nach Wien ab. Hey, wie witzig, Wilma und Alex warten hier ebenfalls auf den Bus. „Fahrt ihr auch nach Wien?“ Sie nicken. Das ist ja ein Ding! So ein verrückter Zufall, wo doch kaum jemand auf die Idee kommt, in Wien Urlaub zu machen! Der Bus ist da, die Türen weit geöffnet. Ich laufe los, freue mich auf den Kurzurlaub in Wien!

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