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Sulky und schwarzlederne Zehenschuhe

Traum vom 18. Mai 2009

Gut vorbereitet den Job angetreten. Am Rande des Tanzsaales stehend, warte ich das Ende einer Vorstellung ab, die weiter rechts, auf einer Bühne außerhalb meines Blickfelds, stattfindet. Ich halte Blickkontakt mit einigen Kellnern, die voller Sorge zur Vorstellung schauen. Es sollte wohl bald ein Ende finden, nur ist fraglich, ob es wirklich so sein wird. Schließlich rufe ich den Kellnern die entscheidende Frage zu: „Wie viel Eimer voll müssen noch auf die Band ausgeschüttet werden, ehe die ihr Programm durch haben?“ Eine Vermutung wird geäußert: fünf!

Na, ich sehe das alles nicht so problematisch, wie es die angespannten Gesichter der Kellner vermuten ließen, denn: ich bin heute bestens auf den Arbeitstag vorbereitet. Dieses Mal fehlt sogar nichts von meiner Arbeitskleidung. Grund genug, so richtig zufrieden mit mir zu sein.

Ein Blick zu meinen Füßen, auch damit bin ich zufrieden. Sie stecken in schwarzen Stiefeletten mit hohem Absatz. Unbeschwert wippe ich ein paar Mal auf den Zehenspitzen. Uih, das federt aber richtig schön. So weich und elastisch. Ein weiterer Blick zu den Füßen und… Nanu, ich trage ja Zehenschuhe?! Davon wusste ich nichts. Damit erklärt sich allerdings die besonders gute Bodenhaftung und das elastische Abrollen der Füße. Ich bücke mich, um diese ungewöhnlichen Schuhe näher zu betrachten. Im Bereich der Zehen ist das schwarze Leder handschuhweich, ganz angenehm. Leider stecken meine Zehen nicht in den Zehenkammern. Echt schade, da trage ich mal so tolle Schuhe, das sind sie mir eine Nummer zu groß. Aber es müsste doch möglich sein… Mit den Zehen vorgreifend, versuche ich, sie in die Zehenkammern zu bewegen. Das gelingt nur ungenügend. Aber immerhin soweit, dass ich beschließe: die sind tragfähig!

Szenenwechsel. Weites, flaches Land, bis zum Horizont kein Ziel in Sicht. Verlassenheit und angenehme Aufbruchsstimmung. Unter meinen Zehenschuhen knirscht der körnige Sand des Weges. Ich sitze auf einem Sulky, dessen Sitzfläche mit einer gelgepolsterten Nylonplane bedeckt ist. Mich durchströmen Antriebs- und Anschubkraft. So probiere ich schon mal, wie ich den Sulky gleich mit den Füßen vorantreiben werde. Mike steht neben dem Sulky, als ein gemeinsamer Bekannter – ein muskulöser Sportler mit schwarzer Hautfarbe – rechts hinter meinem Rücken Platz nimmt. Und zwar derart, dass seine Füße nach rückwärts ausgerichtet sind, während meine Füße vorwärts zeigen. Mike will ihn davon abhalten, sich auf den Sulky zu setzen: „Das ist doch noch viel zu früh!“
Finde ich nicht: „Nein, warum das?“
Ich lege eine Hand flach auf die Abdeckung und sage zu dem Schwarzen, er solle doch Platz nehmen. Dabei aber eine sorgfältige Wahl treffen, sich gegebenenfalls umsetzen, um zu verhindern, dass er mit seiner schwarzen Radlerhose aus glattem Material immer wieder vom Sulky rutscht. Der Schwarze soll uns ja nicht abhanden kommen, schließlich freue ich mich total darüber, dass er sich zu uns gesellt hat. Vielleicht wäre die Mulde, die die Abdeckung an einem Punkt bildet, gut für den schwarzen Sportler. Ich bin so froh, nicht mehr allein hier zu sitzen.

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