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Satinnachthemd mit Jesuslatschen

Traum vom 16. Mai 2009

Heute ist ein Feiertag. Nur für wenige Vormittagsstunden gibt es eine Möglichkeit zum Einkaufen. Deshalb bin ich ziemlich in Eile, als ich das Schattenrad abkoppele, um den Gepäckträger meines Fahrrads zur Nutzung freizulegen. Zack, ein paar Handgriffe, das Schattenrad löst sich und… oh… wie blöd! Statt das Schattenrad an der Kupplung zu lösen, habe ich ein Teil des Zugrades – es ist Mikes Fahrrad – abmontiert. Nun hängt also ein Teil von Mikes Gepäckträger-Konstruktion an der Kupplung des Schattenrades. Eine Konstruktion, die aus total aus vielen Details und Ebenen besteht, dass sich nicht mehr mit den Augen trennen lässt, wo Schattenrad und Mikes Rad Anfang und Ende haben. Blöd blöd! Das bedeutet: Extra Arbeit, extra Zeitaufwand. Dafür ist jetzt keine Zeit – mache ich später. Dürfte kniffelig werden.

In einer deutschen Großstadt in einem Hotelzimmer. Seit einigen Tagen findet hier eine Tagung statt. Das erlebe ich als interessant und genieße die willkommene Abwechslung. In diesem Augenblick bin ich mit dem Umkleiden beschäftigt, um mich für die Nachmittagsfreizeit vorzubereiten – so ein bisschen Jugendherbergsfeeling.

Die Tür zu meinem Hotelzimmer öffnet sich. Draußen im Gang steht der Hausmeister-Gärtner mit seiner Partnerin und fragt, wo mein Rad steht, denn er möchte es inspizieren und ölen. Ah ja, das ist gut! Mit erklärenden Worten – ich erzähle davon, dass es mir nicht gelungen ist, das Schattenrad ordnungsgemäß von Mikes Rad zu trennen – verlasse ich mein Zimmer, gehe nach rechts, öffne eine Tür, die in den Hintergarten führt, wo mein Rad abgestellt ist. Schönes Sommerwetter übrigens. Der Hausmeister-Gärtner meint mit Blick auf das Rad, es sei ihnen jetzt nicht möglich, ihrer Aufgabe nachzukommen. Schnell gebe ich zur Antwort, dass ich vorhabe, die Räder bald korrekt zu trennen; auch um Mikes Rad wieder zu vervollständigen.

Zurück im Hotelzimmer; vor der offenen Zimmertür stehend. Im Gang der Hausmeister-Gärtner mit seiner Frau. Weiter rechts im Dunkel des Korridors steht der Käpt’n – sehen kann ich ihn nicht, aber spüren. Da ruft mir der Käpt’n zu: „Marianne, hast Du Schreibzeug da?“
Ja, zum Glück habe ich das immer dabei, und ich rufe: „Ja! Ich komme gleich!“

Stehe vor dem Spiegel, um mich für das Diktat oder Gespräch – zumindest vermute ich, dass der Käpt’n irgend etwas in dieser Form vorhat – anzukleiden. Ich trage ein bodenlanges Nachthemd aus silbern schimmerndem weißen Satin. An den Seitenschlitzen und am Dekolletee ist es mit rosa Garn gesäumt. Es hat Spaghettiträger und genau damit bin ich beschäftigt. Mein schlabbriges Pyjama-Oberteil aus schlabbrigem rosa Jersey hat sich nämlich derart mit den Spaghettiträgern verheddert, dass ich es nicht voneinander lösen kann. Heieiei! Meine Arme werden schon lahm, die Schultern verspannen, solange probiere ich schon daran herum. Okay, ich gebe das mal für diesen Augenblick auf und gönne meinen Armen etwas Erholung. Hole meine Jesuslatschen aus dem Schrank. Hm, passen die zum glänzenden Nachthemd? Hm, eigentlich nicht, aber mir gefällt dieser ungewöhnliche Kontrast. Also schlüpfe ich hinein, mich daran erinnernd, meine Fußnägel gerade rot lackiert zu haben. Ein vergewissernder Blick auf die Zehen… Nanu? Der Lack ist ab?!

Langsam wird es Zeit, in den Aufenthaltsraum zu gehen, wo sich der Käpt’n und der Hausmeister bei einer Besprechung befinden. Na, noch schnell neuen Lack auf die Fußnägel legen. Mit ein paar Griffen bereite ich erst einmal die Kaffeemaschine vor – der kann ja zwischenzeitlich aufbrühen. So, nun mit einem bemerkenswert großen Pinsel im Nagellack gerührt. Ich realisiere gar nicht, dass ich in einem Rührbecher herumrühre – halte es für ein Nagellackfläschchen. Im Rührbecher ist Zuckerguss den ich mit einer größeren Menge zuckriger Lösung zu vermengen suche. Des weiteren ist noch Lebensmittelfarbe – Rot, Gelb und Blau – darin. Es will und will mir nicht gelingen, aus allem einen homogenen Lack zu bereiten!
Ich rühre und rühre…
Oups…!!! Wie witzig! Erst jetzt erkenne ich, dass es kein Nagellack sondern Zuckerguss ist. Wenn ich mir vorstelle, diese Mischung in der Annahme aufgetragen zu haben, es sei Nagellack… Da hätte ich mich bald erneut gewundert, dass der Lack schon wieder ab ist! Diese Verwechslung amüsiert mich.

Inzwischen kommt mir zu Ohren, dass der Hausmeister-Gärtner seiner Arbeit nicht in zufriedenstellendem Mass nachgekommen sein soll. Es wird ernsthaft überlegt – vermutlich seitens des Käpt’ns – ihm den Job zu nehmen. Oh, wie schade, wo ich doch gehofft hatte, dass er anlässlich der Inspektion auch gleich die Sache mit der Trennung von Mikes Rad und Schattenrad erledigen würde.

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