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Fehl am Platz

Traum vom 12. Mai 2009

Eine kleine, erhöht und teils überdacht liegende Parkfläche. Hier suche ich einen Parkplatz, um nebenan einen Einkauf zu erledigen. Obwohl es gar nicht viel zu schauen gibt – es sind ja nur eine Handvoll Parkplätze, und diese sämtlich belegt – halte ich Ausschau nach einem freien Platz. Mein Blick ist derart unstet, dass ich meiner Wahrnehmung nicht so recht traue. Naja, aber es ist tatsächlich so: kein freier Platz. Ich setze das Fahrzeug zurück, ein anderes kommt mir dabei in die Quere. Beides, der fehlende freie Platz und das den Weg versperrende andere Auto geben mir das Gefühl, hier oben auf dem Parkdeck nichts zu suchen zu haben.

Also rolle ich eine Etage tiefer ins Untergeschoss. Noch gar nicht ganz unten angekommen, bemerke ich fünf Fußgänger , die diese Fahrspur blockieren. Ich sitze inzwischen auf der Beifahrerseite, auf dem Fahrersitz ein Fahrlehrer- Energie. Nicht bemerkenswert, dass ich dennoch das Gefühl habe, das Auto zu lenken. Die Fahrlehrer-Energie fordert auf: „Jetzt Gas geben!“ Um an die Fußgänger vorbei zu fahren, die sich ja noch gar nicht von der Stelle gerührt haben, dies aber wohl gleich tun werden. Das lässt folgende Schlussfolgerungen in mein Bewusstsein dringen:

Menschen haben die Eigenart, sich schubweise vorwärts zu bewegen. Diese Bewegungsschübe unterliegen einer bekannten Struktur und einem bestimmten Zeitgefüge, dass sich gut abschätzen lässt. Mir fehlt jetzt nur noch das Feingefühl, genau zu erspüren, wann der Bewegungsimpuls einsetzt, damit ich im gleichen Moment Gas geben kann. Oder mit anderen Worten: damit sowohl Fußgänger als auch ich zur gleichen Zeit reagieren und in Bewegung kommen. Dies deshalb, damit keine unnötige Lücke zwischen den Fußgängern und mir entsteht, damit ich nicht unnötig viel Zeit auf meinem Weg verliere. In dem Augenblick, da sich die Fußgänger in Bewegung setzen, müsste mein Auto losrollen.

Dieses Mal klappt es natürlich, da die Fahrlehrer-Energie mich darauf aufmerksam gemacht hat. Die Fußgänger schauen sich erschrocken zu mir um, so dicht bin ich ihnen auf den Fersen. Sie treten beiseite und ich überhole sie langsam. Ich erlebe diese Situation als anstrengend und mir ist nicht ganz klar, warum hier so viel Einfühlungsvermögen gefordert ist; warum ich dieses so angestrengt von mir fordere?

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