Home » Traumtagebuch » Heimliche Kohlrabi

Heimliche Kohlrabi

Traum vom 11. Mai 2009

Im lichten Dunkel der Nacht, in unserem Garten; dort, wo ich real genfreie Maiskörner gesteckt habe. Nur eine Woche nach der Aussaat der fünf Kohlrabi, sind diese bereits erntebereit. So eine Überraschung! Nie und nimmer hätte ich damit gerechnet, dass es so schnell geht. Die prachtvolle Knolle schaut größtenteils aus der Erde, ich brauche sie nur noch aufnehmen. Während ich den Kohlrabi am Strunk packte, betrachte ich das urige Stück. Die überwiegend grüne Knolle verläuft zur Unterseite hin ins Violette und hat einen rauen, knarzigen Rand, dort wo der Übergang zur Erde war. Ehrlich gesagt, kommt es mir fast wie ein Hexenwerk vor… in einer Woche ist aus dem Samen nicht nur eine ausgewachsene Knolle heran gereift, sondern diese weist bereits Ablagerungen auf, als sei sie schon ziemlich alt. Sehr sonderbar. Ich trage den Kohlrabi wie eine Trophäe aus den Garten, durch das Haus meiner Großeltern hindurch und gelange schließlich hinter den elterlichen Schuppen. Viele unterschiedlichste Tische wurden hier im Dunkel aufgebaut. Einige Männer sind erschienen, zu Besuch, zu einer Feier; aus Neugier, weil sie mich lange nicht gesehen haben. So sitzen sie alle da, schauen erwartungsvoll zu mir her – was ich wohl zu erzählen habe? Na, mich beschäftigen die fünf Kohlrabis. Meine Güte, bin ich froh, dass ich nur fünfe ausgesät habe! Vorrätig waren fünfzig(!) Kohlrabisamen. Nicht auszudenken, ich hätte sie alle gleichzeitig… Oder ob sich Kohlrabi, in dicke Scheiben geschnitten, lufttrocknen und aufbewahren lässt? Wenn ich das richtig weiß, verfährt man mit Seelerie Sellerieknollen ja ebenso? Oder werden die dann braun und somit unappetitlich? Mir fehlt ein wenig Klarheit. Vielleicht sollte ich noch einmal in einem ungestörten Moment darüber nachdenken. Na, wenn das alles so flott geht, könnte ich wochenweise Kohlrabi nachsäen, dann könnte ich den ganzen Sommer über davon ernsten ernten. Okay, ich will mich zu den Gästen setzen. Eine ganz heimelige Stimmung mit den brennenden Windlichtern auf den Tischen, die die Gesichter aller flackern machen. Inzwischen halte ich einen Teller mit einer warmen Geflügelmahlzeit in den Händen, möchte diesen natürlich auf einen Tisch abstellen. Aber das Tischchen, das noch frei ist, zeigt sich derart wackelig, dass mir bereits sein Anblick schlechte Laune bereitet. Das ist ja wohl nicht der Ernst der Gastgeber, mir diesen Tisch zuzuweisen, wo ich doch so selten nur noch hier bin? Ein Mahagonitischchen mit quadratischer Tischplatte auf sehr langen dünnen Beinen. Eine Tischplatte, deren Mitte aus einem Korbgeflecht besteht. Der Untergrund ist uneben. Da fliegt mir doch der Teller so runter. „Nööö nööö, das geht nicht, damit bin ich nicht einverstanden.“ Ich bleibe mit bedeutungsvollem Blick stehen und warte ab, was nun an Vorschlägen kommt. Bald sitze ich auf einem sicheren Platz. Erzähle von meinen Erfahrungen der letzten Jahre. Die Aufmerksamkeit ist mir sicher, wie ich mit wohlig-amüsiertem Gefühl bemerke. Die Männer schauen gespannt her, erwarten von mir offenbar nichts anderes als Kapriziöses, was ich in meiner unbeschwerten Stimmung gerne zu bieten bereit bin.

Tags: