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Erhobener Zeigefinger

Traum vom 21. Februar 2010

Bornheim, im ‘Schopenhauer’ – Cafe eines angesagten Stadtteils mit gemischtem Publikum. Zur Straßenseite hin ist alles verglast, was dem großen Raum etwas leicht Haltloses und Luftiges gibt. Zu dieser Tageszeit sind nicht viele Gäste anwesend. An einem runden Tisch nahe dem Tresen sitzen fünf Männer zur anderen Seite der Ausgangstür steht ein etwa Siebzehnjähriger; so bemerke ich aus den Augenwinkeln, als ich mit schnellen Schritten das Lokal verlasse. Verlassen will, denn kurz vor Übertreten der Schwelle hält mich der Siebzehnjährige auf. Wohlmeinend tauchte er seinen Zeigefinger in ein Glas mit Nussnugatcreme, um mich davon kosten zu lassen. So steht er mit erhobenem Zeigefinger, dessen Kuppe mit brauner Masse ummantelt ist. Ich kenne ihn nicht und sage: „Weiß ich, wo Du deinen Finger vorher reingesteckt hast?“ Wenn ich durch einen erhobenen Zeigefinger an Analität erinnert werde und dann noch dieses braune Zeug am Finger… Welches Bild entsteht dabei? Eben! Also lasse ich ihn stehen und trete hinaus. Doch mitten auf der Schwelle kehre ich, einem plötzlichen Impuls folgend, um und bin mit einem Sprung bei ihm, schlecke die Nusscreme von seinem Finger, gebe ihn daraufhin einen kurzen aber festen Kuss mitten auf den Mund und wende mich zum Gehen. Der junge Mann schaut verblüfft, freut sich aber, dass er mir doch noch etwas geben konnte. Kurz bevor ich die Tür hinter mir zuziehe, drücke ich sie noch wieder auf, stecke meinen Kopf hindurch und rufe den Männern am runden Tisch amüsiert grinsend zu: „Ich weiß, das ist so, als wenn Oma ihren jungen Sohn küsst.“ Dann bin ich draußen. Einer der Männer kommt mir direkt nach und sagt dann: „Ich finde das toll, dass du das so offen aussprichst! Ja, dass du es überhaupt gesagt hast, obwohl es nicht nötig gewesen wäre.“

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