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Erforschung des Unterirdischen

Traum vom 8. Mai 2009

[...] Eine unterirdische Halle von unbekannter Weite. Mein Blickfeld reicht nicht aus, um ihre Begrenzungen zu erkennen – sie liegen womöglich ganz weit hinter dem fernen Horizont.

Mein Animus und ich bewegen uns auf allen Vieren fort, tasten mit den Händen die Bodenfläche ab; eine Möglichkeit der Orientierung, denn wir fragen uns: Wo sind wir? Was ist das hier für eine Halle? Die Bodenfläche besteht aus enorm großen Metallplatten, die mit rostbraunem Rostschutz bestrichen sind. In weiten Abständen ragen riesige Stahlträger in nicht absehbare Höhe. Rund um diesen Stahlträgern sind zusätzlich Metallplatten in viergeteilter Ringform gelegt. Ich klopfe mit dem Finger ab… meine Wahrnehmung durchdringt die Metallplatten, ich lausche der Resonanz. Der unterschiedliche Klang des Widerhalls verrät einiges über die Größe der darunter arbeitenden Maschinen, über die Hohlräume dazwischen. Ich tue dies solange, bis die empfangenen Geräusche eine bildhafte Vorstellung entstehen lassen. Erkenne dann die Unmöglichkeit, meine Wahrnehmung auf diese Weise bis zum Grund gelangen zu lassen. Unter den Bodenplatten muss sich ein gigantischer Maschinenraum befinden, der unzählige Meter in die Tiefe reicht. Das Klopfen klingt lange nach… Eine Hauptanlage vielleicht, die den Grundbetrieb aufrecht erhält.

Mindestens zwei Mal versuche ich, eine der schweren Bodenplatten nahe einem Stahlträger beiseite zu schieben, um einen Einblick zu gewinnen. Doch im letzten Moment hält mich das kraftvolle, tief tönende, und doch kaum hörbare Wummern der Maschinen oder mein Animus davon ab, was ich als etwas unbefriedigend erlebe. Wie sollen wir weiterkommen, ohne unseren gegenwärtigen Standpunkt bis zu seinem Ursprung erforscht zu haben? Ich versuche eine weitere Platte zu lüften, doch mein Animus lässt mich erneut innehalten, als er erschrocken ausruft: „Bist du wahnsinnig?!“ Nicht wahnsinnig, aber sehr interessiert. Unter meinen Fingerspitzen leise Vibrationen, Schwingungen, Resonanzen, durch die, bei geschlossenen Augen, der Raum unter mir Gestalt annimmt. Diese untergründige Kraft ist fast etwas beängstigend in ihrem Ausmaß…

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