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Küssen? Oder psychologische Fragen?

Traum vom 28. April 2009

Im Nebenhaus zu Besuch. Der weißhaarige Traumdeuter liegt am Boden auf dem Rücken. Direkt vor meinen Füßen. Der Fußboden ist mit Wasser bedeckt. Die nackte Brust des Traumdeuters wirkt so glatt und jünglingshaft. Ich empfinde es als unangenehm, dass er am Boden liegt. Mir fehlt die Kraft, mich zu ihm zu beugen und mich gemeinsam mit ihm aufzurichten. Ich spüre geradezu diesen grässlichen Schmerz, der mir dabei durch den Rücken fahren könnte. So, wie jetzt, ist allerdings keine wirkliche Begegnung möglich.

Glücklicherweise steht der Traumdeuter bald auf und wir umarmen uns innig. Dabei spüre ich das Glatte und die Kühle seiner Brust. Anfangs spüre ich Scheu, ob der ungewohnten Nähe, doch bald kann ich mich den angenehmen Gefühlen hingeben. Es ist sehr schön. Als wir uns nach einer Weile voneinander lösen, vereinbaren wir gleich ein weiteres Treffen für diesen Tag. Das freut mich. Der Traumdeuter fragt nach meinen Plänen: „Wollen wir dann Küssen? Oder soll ich dir lieber psychologische Fragen stellen?“
Ich überlege kurz und sage: „Hmm… ich denke, Fragen sind ganz sinnvoll.“ Überlege nochmals und mir fällt ein… so sage ich lächelnd: „Also, wenn ich so an meine Träume zurückdenke… Da zeigt sich, dass ich doch ganz gerne die verschiedensten Leute küsse. Insofern… Ich bin für alles offen.“ Okay, abgemacht.

Hinaus nach draußen. Feucht und etwas kühl ist es an diesem Frühsommermorgen. Ich eile zu meinem Twingo. Dieser parkt auf einer der zwei parallel verlaufenden Treppen, die in den Untergrund der Stadt führen. Auf halber Strecke abwärts steht er. Ich laufe um das Auto herum. Mike hat den Schlüssel. Junge Junge, was alles auf den Sitzen herumliegt! Es schaut aus, als befände sich im Wageninnern der Inhalt meines großen Schreibtisches und meines mit Papier und Schreibkram gefüllten Schranks. Das müsste mal aufgeräumt werden. Als ich – mit einem vagen Gefühl der Unbeholfenheit und des Nicht-Weiterkommens – das Fahrzeug zwei oder drei Mal umrundet habe, dabei überlegte, dass Mike enttäuscht sein könnte, weil ich keine Zeit für ihn hatte – aber ich habe nun mal den Termin abgemacht – , entdecke ich endlich eine Möglichkeit: ein Seitenfenster ist einen spaltbreit heruntergelassen. Durch diesen Spalt gleite ich ins Wageninnere und ziehe mich für mein Date um. Ich ziehe ein warmrotes Shirt an, das am tiefen Ausschnitt raffiniert gerafft ist. Dazu einen leichten Rock und luftige Riemchensandalen. Ich fühle mich dementsprechend unbeschwert und leicht, als ich mich dem Auto wieder entwinde. Kaum außerhalb des Autos stehend, kommen von oben einige junge Männer herab gestürmt. Einer von ihnen, ein Footballer, versucht mich spielerisch mitzureißen, ich aber widerstehe, wodurch er mich fast über den Haufen rennt. Kurzes Innehalten, ein „Sorry“, ein „Nichts passiert“ und die Begegnung ist vorbei.

Wieder beim weißhaarigen Traumdeuter. Nach der fast intimen Begegnung vorhin, spüre ich nun leichte Befangenheit. Ob sich die Zärtlichkeit der ersten Begegnung erneut aufnehmen lässt? Eigentlich gab es zwischen ihm und mir ja immer eine gewisse Distanz, die mir auch Sicherheit gab. Diese neue Nähe verunsichert mich – jetzt, aus der Distanz betrachtet – ein wenig. Andererseits freue ich mich über das Zusammensein; auf diese Freude richte ich nun meine Aufmerksamkeit. Wir gehen zusammen los. Vor meinen Augen erscheint das Bild von einigen Notizzetteln und Bleistiften. Dabei fällt mir ein: „Sowas Dummes, ich habe das Schreibzeug vergessen!“
Der Traumdeuter fragt stirnrunzelnd: „Kreide?? Aber du hast doch gar keine Tafel?!“
„Schreibzeug; Stift und Papier!“ antworte ich unternehmungslustig. Schließlich macht es Sinn, mir die Fragen und Antworten stichwortartig zu notieren, denke ich mal.

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